Mensch: Zufall auf der Flucht

Einleitung

Das Wort „Zufall“ beschreibt ein Ereignisse, bei dem Vorgänge „zusammenfallen“, wofür man keine Erklärung angeben kann. Man sagt zum Beispiel: „Ich habe ihn zufällig getroffen!“  Wenn jedoch ein Zusammentreffen zweier Personen geplant und organisiert wurde, dann würde niemand behaupten, man habe sich rein zufällig getroffen. Das Wort  „Zufall“  signalisiert, dass der, welcher es gebraucht, die Zusammenhänge des Zusammentreffens nicht versteht. Das gilt sowohl für Zusammentreffen von Personen, als auch für naturwissenschaftliche Zusammenhänge!

Wissenschaft oder Philosophie

Als Charles Darwin sein erstes Buch über die Entstehung der Arten schrieb,
da wusste er über die Entstehung der Erbsprünge (Mutationen) nur das, was er mit seinen eigenen Augen in der Tierwelt erkennen konnte. Er sah Veränderungen innerhalb der Arten, die zu  Umweltfaktoren passten und vermutete, die Natur habe experimentiert und durch Zufall und Auslese schließlich das Passende gefunden. Diese Theorie war eine Philosophie. Doch Mutationen, so hat moderne Forschung entdeckt, geschehen nicht zufällig. Ein zusätzlicher Irrtum Darwins bestand darin, dass er annahm, die Natur lese aus. Diese Auffassung entnahm er offensichtlich der Tierwelt. Für sie stimmt diese Prognose auch in der Regel. Das können wir uns an einem einfachen Beispiel klarmachen: Ein Eisbär mutiere zu einem nackten Bären. Natürlich würde er am Nordpol erfrieren. Die Natur würd ihn „herausselektieren“! – Doch ein Eskimo ohne jegliche Haare am Körper wird wahrscheinlich überleben. Das Tier wird von der Natur beherrscht, doch der Mensch beherrscht die Natur. (1.Mose 1,26-27
nach Luther). Nicht gestaltet die Natur den Menschen, sondern der Mensch gestaltet die Natur! Er vermag das Aussehen der Natur so zu verändern, so dass es seinem Überleben dient. Außerdem sollte er jedoch auch darauf achten, dass die Natur überlebt! Philosophien werden von Forschern immer dann zur Hilfe genommen, wenn ihnen die Wissenschaft nicht weiter helfen kann. Das Letztere widerfuhr damals auch Charles Darwin. Um herauszufinden, was hinter dem Geheimnis der Mutationen steckt, hätte er ein Elektronenmikroskop benötigt,  um damit Zellen bei ihrer Teilung beobachten zu können. Solch ein Untersuchungsgerät war damals aber noch nicht entwickelt worden. Wir wissen: Jeder Mensch entsteht aus einer befruchteten Eizelle, die in der Regel im Mutterleib versorgt wird, bis daraus ein Mensch entstanden ist. Wenn dabei alles zufällig vor sich gehen sollte, dann wären wir praktisch ein sogenanntes „Zufallsprodukt“ und könnten kaum verstehen, dass beim Menschen, der später aus der Eizelle entstehen wird, die Körperorgane harmonisch miteinander kooperieren.- Darwin bezeichnete sich selber zeitweise als Deist und zeitweise als Atheist. Sein Leben war nicht ohne seelische Kämpfe.

Das kooperative Gen

Das obige Bild zeigt die verschiedenen Blüten zweier  verschiedener Arten des Leinkrauts, links die normale Wildform, rechts die sog. „Peloria“. Von den Blüten abgesehen, waren die beiden Arten völlig identisch.  Als das Genom der beiden Pflanzenarten  entschlüsselt war, verglichen die Wissenschaftler die Gene beider Arten. Sie stellten fest, dass sie völlig identisch waren. Daraus schlossen sie:   Die Gene bestimmen nicht allein die Eigenschaften einer Pflanze.“ – Was für Pflanzen gilt, das könnte wohl  ebenso auch für Tiere und Menschen gelten. Das war die Geburtsstunde der „Epigenetik“. Dieser Zweig der Evolutionswissenschaft wird folgendermaßen definiert: Definition:“Epigenetik ist das Studium von mitotisch oder meiotisch vererbbaren Veränderungen der Genfunktion, die nicht durch Veränderungen der DNA-Sequenzen erklärt werden kann.“ Der Begriff   „mitotisch“ ist von Mitose abgeleitet, das Adjektiv „miotisch“ von Meiose. Beide Begriffe wurden schon oben erklärt.

Wie funktioniert nun der epigenetische Mechanismus?

„Fast alle epigenetischen Mechanismen haben damit zu tun, dass die DNA in den Zellkernen nicht nackt vorliegt, sonder sowohl kurzlebige als auch langfristige Verbindungen mit anderen Molekülen eingeht.“ Die Entschlüsselung des Genoms reicht also nicht aus, um zu Verstehen, wie Eigenschaften vererbt werden. Eine „Methylierung“ wurde als Ursache dafür gefunden, dass bei der linken Form des Leinkrautes  die radiale Form der Blüte sich nicht mehr ausbilden konnte.

Was versteht man nun Methylierung?

Bei diesem Vorgang dockt die Methylgruppe „-CH3“ an eine Base des DNA-Fadens an. Das geschieht aber bei Pflanzen und Wirbeltieren nicht an beliebigen Stellen,  sondern ausschließlich an der Base Cytosin, und zwar nur dann, wenn auf Cytosin (C) ein Guanin (G) folgt. Diese Andockung verhindert nun die vollständige Ausbildung der Blüte bei der linken Form des Leinkrautes. Genetisch sind beide Pflanzen identisch, denn die DNA  beider ist gleich. Dennoch unterscheiden sich die Pflanzen signifikant durch ihre Blüten.  Aber die linke Pflanze ist lediglich eine epigenetische Mutation der rechten.(** S.87/88) Ähnliches scheint wohl auch für Tiere zu gelten, wie das Beispiel der Hausschweine zeigt, welche die spanischen Seefahrer um 1500 n. Chr. auf den Inseln aussetzten, die dem amerikanischen Kontinent vorgelagert sind.  Es waren Hausschweine mit heller Fellfarbe und ohne Hauer. Nach 500 Jahren hatten sie wieder die dunkle Fellfarbe angenommen und die Eber hatten wieder Stoßzähne ausgebildet. In der kurzen Zeitspanne von 500 Jahren können keine zufälligen Mutationen  für die Veränderungen verantwortlich gewesen sein. Außerdem gab es keine natürlichen Feinde  für die Selektion. Die Erbanlagen für  „dunkles Fell“ und  „lange spitze Eckzähne“  waren auch in den ausgesetzten dominizierten Schweinen in deren DNS durchaus noch vorhanden, wurden aber offenbar durch Methylierung blockiert. Als durch das neue Verhalten der ausgesetzten Schweine ihrem Organismus signalisiert wurde, dass  Hauer für das Graben im Dschungel wieder nützlich seien und dass dunkles grobhaariges Fell die Haut in der neuen Umgebung besser schützen kann als ihre hellen dünnen Haare, #welche sie zuvor besaßen, da wurde die Methylierung der alten Gene wieder rückgängig gemacht. Offenbar handelt es sich hier um epigenetische Mutationen , welche die Vorfahren dieser Schweine nacheinander durchlaufen hatten:  von der Wildform über die domestizierte Form zurück zur Wildform. Was für Pflanzen und Tiere gilt, scheint auch in gewissem Rahmen für Menschen zu gelten. Das zeigt der Fall aus „Överkalix“ in der # schwedischen Provinz Norrbotten.  Die dort seit 200 Jahren geführten Gemeinderegister ermöglichen es, einen Zusammenhang zwischen historischen Daten der Bewohner zu erkennen. Die Menschen lebten im 19.Jahrhundert  dort zu einer Zeit, in der die Ernteerträge sehr gering waren. Da der Ort ohne nennenswerte Verbindung mit der Außenwelt war, waren sie auf das angewiesen, was auf ihren Feldern wuchs. Den Forschern Bygren und Kaati gelang es, die Geburts-und Todesdaten aller Eltern und Großeltern des 1905er-Geburtenjahrganges ausfindig zu machen. Man stellte fest: „Nicht das Hungern des Großvaters, sondern im Gegenteil ein von ihm vermutlich mit Freuden und ohne Reuegedanken konsumierter Nahrungsüberfluss verkürzte das Leben seiner Enkel um viele kostbare Jahre. Dagegen erhöhte sich deren Lebenserwartung in etwa demselben Maße, wenn Großvater Not leiden musste.“ (** S. 12/13) Durch Nahrung erworbenen Gen-Eigenschaften können offenbar vererbt werden. Bislang hat man drei Ebenen entdeckt, auf denen sich Vererbung abspielen kann:
1. DNA,
2. Methylierung der DNA,
3. die räumliche Anordnung des Chromatins im Zellkern. In welcher Weise diese Faktoren zusammenwirken, ist besonders hinsichtlich des Chromatins kaum erforscht. Man weiß nur, dass sie eine gewissen Rolle bei der Vererbung spielen. Außerdem scheint die gesamte Zelle eine Reparaturfabrik darzustellen, die ihre Arbeit aufnimmt, sobald DNA verletzt wird, wie dies zum Beispiel durch energiereiche Strahlung geschehen kann.

Verehrung des Schöpfers

Im Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde zu Rom lesen wir (Römer 1,25):
„Sie vertauschten die Wahrheit Gottes mit der Lüge. Sie beteten die Geschöpfe an und verehrten sie anstelle des Schöpfers, der doch für immer und ewig zu preisen ist. Amen!“ Zur Zeit des Paulus geschah diese falsche Verehrung in der Weise, dass Menschen Götterbilder anbeteten. Heutzutage werden stattdessen Menschen verehrt. Das geschieht sogar im allgemeinen Sprachgebrauch. So spricht man z.B. davon, dass sich der Mensch entwickelt hat. Wohlgemerkt, man sagt nicht etwa: „Der Mensch wurde von seinem Schöpfer entwickelt“, nein, es heißt ganz einfach: „Er hat sich entwickelt“! Diese Redeweise tritt in verschiedenen Formen auf: „Das Kind hat sich gut entwickelt. Die Pflanzen haben sich entwickelt, ebenso die Tiere und schließlich der Mensch.“ – Um zu demonstrieren, wie einseitig solch eine Redeweise ist, werde ich sie jetzt einmal auf leblose Gegenstände übertragen. Da sagt der Tischler: „Mein Tisch hat sich hervorragend entwickelt“. Der Flugzeugkonstrukteur behauptet: “Das Flugzeug hat sich hervorragend entwickelt.“ Bei all dem möchte sowohl der Tischler als auch der Flugzeugkonstrukteur, dass ihre Namen erwähnt werden. Der Schöpfer möchte auch, dass wir ihn ehren. Er wünscht es in unserem Interesse, damit wir in Selbstüberschätzung nicht unverantwortlich handeln. Jeder weiß, dass Konstrukteure stolz auf das sind, was sie geschaffen haben. Ebenso werden Wissenschaftler und Erfinder für das geehrt, was sie entdeckt haben. Kein normaler Mensch wird ihnen die Ehre streitig machen. Nur Gott dem Herrn, der Himmel und Erde schuf ,dem wird sie im Allgemeinen verweigert.

Abschließende Gedanken

Die Genforschung wartet mit immer neuen Überraschungen auf. Das Zusammenwirken von Vererbungsfaktoren, welches die Forscher früher nicht erklären konnten, das nannten sie „zufällig“. Dort wo das Zusammenwirken später verstanden und erklärt werden konnte, da wollten Forscher und Philosophen es nicht mehr zufällig nennen.
Hier war der „Zufall“ offensichtlich auf der Flucht. Er ist heute immer noch auf der Flucht! Doch mit jeder neuen Entdeckung tauchen neue Zusammenhänge auf, die zunächst nicht erklärt werden können. Dort wird wahrscheinlich wieder der „Zufall“
als Lückenbüßer herhalten müssen. Die allerletzten Fragen werden die Wissenschaftler mit ihren Forschungsmethoden und ihren Forschungsgeräten nicht beantworten können, davon bin ich überzeugt. Die Evolution hat einen Lenker und Gestalter,
den „Deos obscurus“. Man wird ihn nicht mit naturwissenschaftlichen Methoden nachweisen können aber man wird auf immer mehr Hinweise stoßen, die seine Handschrift tragen. Auch als Entwickler allen Lebens verehren wir ihn und das zeigt sich in unserer Ausdrucksweise. Der Gläubige hingegen nennt Zusammenhänge, welche er nicht erklären kann, einfach „Wunder“. Werden ihm später diese Zusammenhänge erklärbar, dann nennt er diese „wunderbar“. 14.12.2016 Kk

Quellen:

** Bernhard Kegel: „Epigenetik“ mit Untertitel „Wie Erfahrungen vererbt werden“ , Verlag DuMont, ISBN 978-3-8321-9528-1
***de.Wikipedia.org/wikiDesoxyribonukleinsäure

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