Die Christen in Ägypten nennen sich Kopten. Sie unterscheiden sich von den evangelischen wie auch von den katholischen Kirchenmitgliedern durch ihre Kleidung wie auch durch ihre Taufpraxis. Die Männer tragen eine Kepa als Kopfbedeckung, wie sie auch bei Moslimen und bei Juden vorzufinden ist. Die Frauen bedecken ihre Haare mit einem Kopftuch. Doch das sind nicht die einzigen Unterschiede gegenüber den übrigen christlichen Kirchen.

Inhaltsverzeichnis


1.Christen im moslemischen Umfeld

Als der Islam das alte Ägypten unter seine politische Herrschaft zwang, da durften die dort wohnenden Christen ihrem Glauben weiterhin praktizieren. Jedoch mussten sie Steuern zahlen, von die jene befreit wurden, welche zum Islam übertraten. Die Kopten blieben ihrem christlichen Glauben treu. Um nicht zusätzlich den Belästigungen durch radikale Moslime ausgesetzt zu sein, passten die Kopten ihre Bekleidung der moslemischen an. So trugen die Männer die Kepa und die Frauen das Kopftuch.


2.Raum für Gottesdienste

Die katholische Kirche überließ den Kopten ihr ehemalige Kloster in Höxter-Brenkhausen. Dort werden nun in einer kleinen Kapelle die Gottesdienste zelebriert. Diese Kapelle befindet sich in einem separaten Bereich des Kreuzganges. Die Gottesdienste werden mitunter vom koptischen Bischof Damian geleitet.
Die unteren zwei Bildern zeigen das Innere der Kapelle, in welcher die Gottesdienste gefeiert werden. Im oberen Bild erkennen wir im Hintergrund den Altarraum, von dem aus der Priester zu den Gläubigen spricht. Eine Kanzel, wie sie in deutschen katholischen und evangelischen Kirchen üblich ist, fehlt hier. Das untere Bild zeigt einen Teil der Wandbemalung im Innenraum der Kapelle.

Wandmalerei in der Kapelle


3.Raum für Täuflinge

Wie in unseren evangelischen und katholischen Kirchen werden auch hier Babys als auch Kinder im Vorschulalter getauft. Jedoch bestehen die Kleriker darauf, dass während der Taufe die Kinder vollständig untergetaucht werden. Diese Taufpraxis erfordert zwei verschiedene Taufbecken. Vorne links erblicken wir das Taufbecken für Säuglinge. Es ist nicht sehr tief. Das rechte Becken ist für Kinder im Vorschulalter vorgesehen, die dem Säuglingsalter entwachsen sind und daher während des Taufvorganges keinerlei manueller Hilfe des Priesters bedürfen. Dieses Becken ist tiefer und breiter als das Erstere. Ein Taufbecken für Erwachsene habe ich nicht vorgefunden.


4.Kreuzgang und Atrium

Im Kreuzgang befinden sich neben dem Gottesdienstraum auch eine Galerie von Figuren, welche aus Holz geschnitzt wurden. Eine von ihnen ist unten im Bild zu sehen. Auch steht dort ein Wagen, welcher offenbar für die Straßen-Mission verwendet wird. – Das Atrium bezeichnet den Innenhof eines Klosters, der vom sog Kreuzgang umschlossen wird. Besucher betreten ihn hier durch eine Tür, welche sie selber aufschließen dürfen. Sobald diese durchschritten ist, wird dem Besucher klar, dass hier noch einige Gebäudeteile renoviert werden müssen (vorletztes der unteren Bilder). – Der Kreuzgang, welcher der Tür gegenüber liegt, besitzt im Gegensatz dazu eine beeindruckende äußere Fassade (unterstes Bild).

Christus hilft dem sinkenden Petrus
Eingangsbereich des Innenhofes
Innenhof mit Kreuzgang

16.01.24 Kk

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