Im 17. Kapitel seines Briefes stellt uns der Prophet Jeremia zwei Lebenseinstellungen vor, die er schon damals seinem Volk veranschaulichte: „Entweder Ihr verlasst euch auf Gott Jahwe oder ihr helft euch selber und scheitert.“ – Jeremia lebte zu einer Zeit, als sich die Babylonischen Herrschaft über sein Volk Israel ausgebreitet hatte. Er war der Meinung, Israel möge sich weiterhin unter die Herrschaft des Großreiches stellen und ihm Tribut zahlen. Das Predigte er auch. Dafür warfen die Verantwortlichen seines Volkes ihn ins Gefängnis.

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Israels Fluch

Die damaligen Götzen Israels waren die Aschera und der Baal. Ihnen wurde auf den Höhen geopfert. Diese von den Nachbarvölkern übernommenen Religionen verführten das Volk zu Unzucht und anderen Verhaltensweisen, welche Jahwe ihnen durch seine Propheten verboten hatte.
Jeremia verurteilt im 5. Vers des 17. Kapitel seines Briefes die zwei falschen Verhaltensweisen seines Volkes:
1) Sie verlassen sich auf Menschen und deren Kraft.
2) Sie verlassen Gott, indem sie ihn und seine Gebote nicht mehr beachten.
Der Prophet behauptet, dass solche Leute verflucht seien. Die Geschichte Israels bestätigt seine Worte, denn es folgte eine etwa 60-jährige Gefangenschaft im babylonischen Exil.


Israels Segen

Im Vers 7 desselben Kapitels zeigt der Prophet, wie israelische Männer und Frauen wieder unter Gottes segnende Hände gelangen können: „Gesegnet aber ist der Mann, der sich auf den Herrn verlässt und dessen Zuversicht der Herr ist. Der ist wie ein Baum, am Wasser gepflanzt, der seine Wurzeln zum Bach hinstreckt. Denn obgleich die Hitze kommt, fürchtet er sich doch nicht, sondern seine Blätter bleiben grün; und er sorgt sich nicht, wenn ein dürres Jahr kommt, sondern bringt ohne Aufhören Früchte.“ (Jeremia 17, 7-8 nach Luther)


Parallelen zum heutigen Europa

Gibt es diese überhaupt? Babylon ist schon längst untergegangen, lediglich Israel existiert noch nach einer 2000-jährigen Diaspora.- Auch die atheistisch gesinnte UDSSR ist untergegangen. Aus ihr ist eine russische Föderation entstanden (RF), aus der sich die westlich gesinnte Westukraine lösen will. Sie verspricht sich ein besseres Leben unter Führung der Westmächte. Dabei wird sie massiv vom Westen mit Waffen unterstützt.
Die RF hingegen möchte ihrer eigenen Auflösung entgegenwirken und führt daher mit Hilfe der Ostukrainer Krieg gegen die Westukraine. – Auf welche Seite würde sich Jeremia stellen, wenn er heute als Ukrainer leben würde?
Damals empfahl er seinem Volk: „Beugt euch unter die gegenwärtige Weltmacht aus Babylon!“
Könnte er nicht heute eine ähnliche Empfehlung wie damals abgeben? – Etwa so:
1. „Beugt euch unter die Macht, welche Gewalt über euch hat.“ Oder etwa so:
2. „Rebelliert gegen sie, damit ihr frei werdet!?“
Damals war Jeremia gegen den Aufstand, weil er wusste, dass es ohne Bedeutung für das Heil der Menschen ist, zu welchem Machtblock sie gehören. Entscheidend ist, dass sie in Jahwe ihre Hilfe sehen. Für uns Christen gilt dasselbe wie damals für Israel. Die Botschaft heißt heute wie damals: Kehrt um zu Gott, den Herrn, ihr im Westen wie auch ihr im Osten!
Leider ergibt sich in der RF ein Problem. Die orthodoxe Kirche ist sich nicht einig. Die ukrainische Kirche hat sich von der russischen getrennt. Auf welcher Seite würde Jeremia stehen, wenn er heute leben würde? Stünde er auf der Seite der ukrainischen Kirche oder auf der Seite der russischen. Und wo wären die falschen Propheten zu finden. Das allein wird die Zukunft entscheiden. Waffenlieferung des Westens in die Ukraine würde er mit Sicherheit nicht empfehlen!!! – Wahrscheinlich würde er die Sachlage folgendermaßen kommentieren:
„5 So spricht der HERR: Verflucht ist der Mann, der sich auf Menschen verlässt und hält Fleisch für seinen Arm und weicht mit seinem Herzen vom HERRN. 6 Der ist wie ein Strauch in der Wüste und wird nicht sehen das Gute, das kommt, sondern er wird bleiben in der Dürre der Wüste, im unfruchtbaren Lande, wo niemand wohnt.“
(Jeremia 17,5)
– Die „Fleisch für ihren Arm halten“ meint jene, welche „sich auf ihre menschlichen Waffen verlassen“.
13.09.22 Kk

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