„Gesegnet ist der Mann, der sich auf den HERRN verlässt und dessen Zuversicht der HERR ist. Der ist wie ein Baum, am Wasser gepflanzt, der seine Wurzeln zum Bach hinstreckt. Denn obgleich die Hitze kommt, fürchtet er sich doch nicht, sondern seine Blätter bleiben grün; und er sorgt sich nicht, wenn ein dürres Jahr kommt, sondern bringt ohne Aufhören Früchte.“ (Jeremia 17, 7-8 nach Luther) – „Gesegnet ist der Mann, der auf den HERRN vertraut und dessen Vertrauen der HERR ist!“ (Jeremia 17, 7 nach Elberfelder)


Ein grüner Baum

In einem kleinen Garten wachsen Obstbäume, Büsche und Ziersträucher. Sie alle haben heute, den 9.September 2022, viele gelbe Blätter. Nur die 30-jährige Eiche ist noch durchgehend grün. Sie hat eine Pfahlwurzel, welche durch Humus- wie auch durch Mergelschichten tief in den Untergrund reicht. Trotz leichter Hanglage gelangen ihre Wurzel noch an das Grundwasser, das früher aus einer nahen Quelle schoss. Letztere wurde durch Kanalisierung trockengelegt. Trotzdem gedeiht die Eiche prächtig. Sie hängt voller Eicheln. Mitunter sehe ich ein Eichhörnchen, wie es sein Vorratslager für den kommenden Winter auffüllt. In der oben zitierten Bibelstelle vergleicht der Prophet Jeremia einen Gläubigen mit solch einem Baum. – Dürren kann es immer geben, dann leiden wir unter Wassermangel. Doch stattdessen können uns auch Gas- oder Öl-Mangel heimsuchen, die uns zwingen, unseren Lebensstil einzuschränken. Menschen, welche ihr Leben allein auf das Diesseits und seine Vorzüge aufgebaut haben, könnten verzweifeln. Momentan hören wir daher auch von einigen russischen Oligarchen, welche sich das Leben nahmen. Auch einige westlichen Aktionäre könnten mittlerweile nervös werden. Doch in diese Zeit, in welcher fast alle innerweltlichen Sicherheiten wegbrechen, erhält der Glaube an die Auferstehung der Toten ein besonderes Gewicht. Daran erinnerten uns auch die letzten Worte der vor kurzem heimgegangenen englischen Königin Elisabeth II: „Wir werden uns alle wiedersehen!“


Vertrauen auf den Herrn

Vertrauen und Verlässlichkeit sind uns aus dem Berufsleben bekannt. Wir verlassen uns auf unsere Eltern, auf unsere Mitarbeiter und Freunde, indem wir von ihnen erwarten, was das Gesetz, die Arbeitsordnung oder andere Vorschriften ihnen vorschreiben. Nur so wird ein erfolgreiches Zusammenleben ermöglicht.
Wie ist es jetzt mit dem Vertrauen auf Gott? – Nun, wir kennen die Zehn Gebote und ihre Auslegung, wie diese z.B. Martin Luther im Katechismus beschrieben hat. Wir müssen allerdings ehrlicherweise erkennen, dass unser Gehorsam in allen unseren Plänen schon deshalb unvollkommen sein muss, weil wir die Zukunft nicht kennen. Wer hat die Corona-Epidemie voraussehen können, wer den Krieg in der Ukraine? Daneben treffen uns banalere Ereignisse unvorbereitet und lassen uns erkennen, dass wir Gottes Hilfe benötigen.
Gott führt uns durch all diese Ereignisse an unsere Grenzen, um uns klarzumachen, dass wir ihn brauchen. Ein altes Sprichwort sagt: „Not lehrt Beten!“ Dennoch sträuben wir uns oftmals, Hilfe anzunehmen. Wir wollen alles selbst regeln. Schon ein kleines Kind strebt nach Autonomie. Als ich eines meiner Kinder helfen wollte, da bekam ich die unmissverständliche Antwort: „Alleine!“ Wenn es dann dem Kleinen trotz aller Versuche nicht gelingen wollte, die Sache in den Griff zu bekommen, dann bat er um Hilfe. Bei Erwachsenen ist das nicht viel anders.
Das ist auch in Ordnung. Jeder Heranwachsende sollte lernen eigenverantwortlich zu handeln. Doch manche politische Situationen stellen sogar erwachsene Fachleute vor scheinbar unlösbare Probleme. Wir sehen das gerade in der Politik!
In Jeremia 17, 5 lesen wir: „Verflucht ist der Mann, der sich (allein) auf Menschen verlässt. …. und mit seinem Herzen vom Herrn weicht“
Wenn die Politiker nicht mehr beten können oder wollen, so lasst uns Christen für sie beten, damit die Politiker kluge Entscheidungen treffen, welche dem Frieden dienen.


Aufträge ausführen

Reicht es nun, Gottes Wort sonntags zu hören und seine Gebote zu beachten? Oder dürfen auch wir hoffen, Aufträge vom himmlischen Vater zu erhalten so ähnlich wie diese die Propheten des AT erhielten? Bevor wir uns nach solchen Gaben ausstrecken, sollten wir uns darüber klar werden, dass die Lebenserwartungen der Propheten des Alten Testamentes einschließlich die des Jesus von Nazareth nicht sehr hoch waren. Die meisten starben eines unnatürlichen Todes. Die falschen Propheten hingegen wurden zwar verspottet, aber sie kamen in der Regel mit ihrem Leben davon.
Ich kenne einen Mann, welcher ein ganz schlechtes Gewissen bekam, als er sein Auto in seine Garage fuhr. Den Grund dafür kannte er zunächst nicht. Doch bald wurde ihm bewusst, dass er im Keller entrümpeln musste, dazu benötigte er die Garage als Abstellplatz. War es nun Gottes Führung gewesen oder war es das Unterbewusstsein des Mannes, das ihn veranlasste, die Garage freizuhalten? Dieser Frage brauchen wir eigentlich nicht nachzugehen. Tatsache ist, dass Christen sich dem Vater im Himmel zur Verfügung stellen. Daher trägt er sie in Notzeiten durch und bewahrt sie, ohne dass sie es erklären könnten.
Ein anderer Christ bekam den Auftrag, einen Fremden anzusprechen, um sich dessen Not anzunehmen. Dummerweise gab dieser Christ hernach in seiner Gemeinde ein sog Zeugnis von diesem Ereignis in einer kindliche naiven Art, indem er vor allen bekannte, dass der Herr zu ihm gesprochen habe: „Gehe zu dem Mann dort“. Seine Freunde waren begeistert von diesem Zeugnis, seine Neider schlugen allerdings verbal auf ihn ein. Dieser Christ dachte hernach bei sich selbst, es wäre besser gewesen, wenn ich folgendermaßen formuliert hätte: „Ich wurde innerlich gedrängt, zu dem Manne zu gehen, um mit ihm Kontakt aufzunehmen.“ Lasst uns Christen zusammenhalten, ohne einander zu beneiden und zu hassen. Das gelte im kleinen Kreis wie in der großen Politik. Wenn jedoch die ukrainische Kirche sich von der russischen trennt und jede die Waffen ihres Volkes segnet, wer will dann das orthodoxe Christentum noch ernst nehmen?
09.09.22 Kk

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