In der „Neuen Züricher Zeitung“ las ich am 07.02.22 den folgenden Artikel zum Nato-Russland-Konflikt: „…. Eine diplomatische Brücke allein genügt deshalb nicht. Putin müssen die Kosten einer Invasion deutlicher als bisher vor Augen geführt werden. Dazu gehört die Lieferung von Verteidigungswaffen und nicht nur vage in Aussicht gestellte, sondern klar benannte Wirtschaftssanktionen. Dass eine Führungsnation wie Deutschland sich diesbezüglich sperrt und sich aus der sicherheitspolitischen Verantwortung für Europa stiehlt, ist derzeit die größte Schwachstelle im westlichen Lager… “

Besetzung der Regierungsgebäude in Kiew

Als die Boxbrüder Klitschko vor Jahrzehnten in Kiew eine Protestaktion starteten. Hatten sie unbewaffnete amerikanische Soldaten mitgebracht, welche ihre militärische Abzeichen unkenntlich gemacht hatten. Ein christlich gläubiger Freund von mir verbrachte damals seinen Urlaub in Kiew. Er erkannte die Amerikaner an ihrer Uniform und Sprache. Auf seine Frage hin, was USA-Soldaten in Kiew zu suchen haben, wurde ihm etwas vom kulturellen Austausch erzählt. – Diese Amerikaner rieten den Aufständischen offenbar, wie man strategisch vorgehen sollte, wenn man die Regierung in Kiew handlungsunfähig machen möchte. Daraufhin besetzen diese alle Büros der staatlichen Verwaltungsorgane. Die demokratisch gewählte Regierung wurde so handlungsunfähig. Das ukrainische Staatsoberhaupt wurde zur Flucht nach Weißrussland gezwungen und in Brest aufgenommen. Die Ukraine brach auseinander.

Besetzung des Weißen Hauses

In den USA versuchte Ronald Tramp auf die gleiche Methode wie die Aufständischen in Kiew das Weiße Haus unter seine Kontrolle zu bringen. Seine Leute wollten es besetzen, um die Etablierung der neugewählten Regierung zu verhindern. Doch die USA ist im Gegensatz zur Ukraine eine alte-bewährte Demokratie. Der Versuch, die neugewählte Regierung am Ausüben ihrer demokratischen Pflichten zu hindern, misslang daher. Die Polizei griff ein und der Spuk war vorüber! – Kiew hingegen fehlte damals die Erfahrung mit gewaltbereiten Wirrköpfen.

Kriege lösen keine Probleme sondern schaffen sie

Inmitten der ehemaligen Ukraine kämpfen West-Ukrainer gegen Ost-Ukrainer. Nun besteht die russische Föderation nur noch aus Weißrussland, Russland und der Ostukraine, welche sich aus Donezk und Luhansk zusammensetzt. Der Vorteil für Russland besteht darin, dass es nun über die Ost-Ukraine mit der Krim verbunden sein wird. Nun braucht das neu entstandene Land Ost-Ukraine nur noch eine Hauptstadt mit einer demokratische Regierung, welche die Föderation um militärische Hilfe bitten kann, falls Kiew versuchen sollte, mit Hilfe der Nato die Krim zu erobern. Dem Frieden ist die gesamte Region durch die Bemühungen der letzten Monate nicht näher gekommen.

Deutschland hat dazu gelernt

In zwei Weltkriegen hat die deutsche „Wehrmacht“ gegen Russland gekämpft. Im letzten Weltkrieg verlor meine Mutter drei ihrer sechs Brüder an der Ostfront. Der Blutzoll war auf russischer wie auf deutscher Seite sehr hoch. Als die Schlacht um Stalingrad tobte, da wurde ich in meinem Vaterhaus von meiner Mutter entbunden. Der Arzt, welcher damals die Hebamme ersetze, erzählte meiner Mutter kurz nachdem ich zur Welt gekommen war, dass er vor einigen Tagen die Nachricht erhalten habe, dass sein Sohn in Stalingrad gefallen sei! – Ohne Krieg wurde uns Deutschen die DDR übergeben und als die gesamte Bundesrepublik in die NATO aufgenommen wurde, haben die Russen nicht protestiert. Ebenso wurden Russlands ehemaligen europäische Satellitenstaaten Mitglieder des westlichen Bündnisses. Russland protestierte nicht! Unter Kanzlerin Merkel entwickelte sich endlich auch ein normales Verhältnis zwischen Russland und Deutschland. Wir benötigen Erdgas. Russland wollte es liefern. – Endlich führen Russland und Deutschland keine Kriege mehr gegeneinander. Endlich profitieren beide Staaten von einem ersehnten friedlichen Miteinander! – Kriege lösen keine Probleme. Sie sind lediglich eine Quelle für Leid, Not und Tod. Wir Deutsche sind mutig dagegen, ebenso gegen böse Unterstellungen, die zur militärischen Aufrüstung beider Seiten führen. – Eine deutsche Politikerin ermahnt deshalb auch Ukrainische Politiker mit folgenden Worten: „Im Eifer des emotionalen Gefechts, sollten die ukrainischen Vertreter daher bitte nicht Freund und Feind verwechseln,“ sagte die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Bundestag (FDP). Sie forderte damit Vertreter der Ukraine während der Debatte um Waffenlieferungen zur Mäßigung auf. („Neue Westfälische“ vom 07.02.2022)

Frankreich wurde aus Schaden nicht klug

Napoleon 1 eroberte Moskau, wurde allerdings im November 1812 an der Beresina von den Russen besiegt. Damit begann der Niedergang Napoleons. Viele Franzosen, Deutsche und Russen mussten damals ihr Leben lassen. Die Deutschen haben aus ihren Kriegen gegen Russland gelernt, die Franzosen scheinbar nicht. Ihre Niederlage liegt schon mehr als 200 Jahre zurück. Nach 200 Jahren bleibt wenig Erinnerung übrig, zumal Zeitzeugen schon längst entschlafen sind. Engländer und Amerikaner waren in Russland höchstens als Touristen, doch nicht als Soldaten. Die Tatsache, dass sie den hetzenden Ukrainern Waffen liefern, zeigt ihren Mangel an Erfahrung.

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