In den Vereinigten Staaten von Nordamerika geschah vor einigen Jahren die folgende Geschichte: Eine schwerkranke gläubige Krankenschwester gab ihr kleines Töchterchen zur Adoption frei, als dieses noch ein Baby war. Dann starb die Mutter. Die Tochter wuchs in dem Glauben heran, dass ihre Adoptiv-Eltern auch ihre biologischen Eltern seien. Sie geriet in die Pubertät. In dieser kritischen Lebensphase wollte sie etwas Besonderes erleben. Da sie liebevoll erzogen worden war, suchte sie dieses Abendteuer nicht in einer frühen Beziehung zu einem Jungen. Stattdessen liebte sie die Natur mit ihren Reizen und Gefahren. Eines Tages ging sie bei stürmischem Wetter in den Wald und versuchte, über eine Hängebrücke eine tiefe Schlucht zu überqueren.


Ein Sturm setzt ein

Als sie die Hängebrücke betritt, setzt ein heftiger Sturm ein. Die Brücke gerät in immer stärker werdende Schwingungen. Als das junge Mädchen auf der Mitte der Brücke steht, werden die Schwankungen lebensgefährlich. Plötzlich erscheint eine weiß gekleidete Frau direkt vor ihr und fordert das Mädel zur Umkehr auf. Dieses wendet sich daraufhin von seinem Überquerungs-Vorhaben ab und eilt wieder zurück, so schnell wie es dieses vermag. Kurz nachdem es wieder festen Boden unter seinen Füßen fühlt, reißt die Befestigung der Brücke ab und die gesamte Hängebrücke stürzt in die Tiefe. Doch das Mädchen ist gerettet.


Ein Name auf der weißen Bekleidung

Das Mädel berichtet seinen Eltern diesen erstaunlichen Vorfall. Dabei beschreibt es die Frau, welche es gerettet hat. Diese sei gekleidet gewesen wie eine Krankenschwester. Es nennt auch den vollständigen Namen dieser Frau, welchen es auf dem Kittel dieser Frau hatte lesen können. Daraufhin erklären ihre Eltern ihr das Folgende: „Du bist von uns adoptiert worden. Deine leibliche Mutter war eine Krankenschwester, deren Namen du auf dem Kittel der Frau gelesen hast, welche dich auf der Brücke zur Umkehr aufgefordert hat.“


Saul bei der Totenbeschwörerin zu En-Dor

Eine ähnliche Geschichte mit allerdings negativem Ausgang finden wir in der Heiligen Schrift im 1. Samuel 28, 3-15: 3 Samuel aber war gestorben, und ganz Israel hatte ihm die Totenklage gehalten und ihn begraben in seiner Stadt Rama. Und Saul hatte die Totenbeschwörer und Wahrsager aus dem Lande vertrieben. 4 Als nun die Philister sich versammelten und herankamen und sich lagerten bei Schunem, versammelte Saul auch ganz Israel, und sie lagerten sich auf dem Gebirge Gilboa. 5 Als aber Saul das Heer der Philister sah, fürchtete er sich, und sein Herz verzagte sehr. 6 Und er befragte den HERRN; aber der HERR antwortete ihm nicht, weder durch Träume noch durch das Los »Licht« noch durch Propheten. 7 Da sprach Saul zu seinen Knechten: Sucht mir eine Frau, die Tote beschwören kann, dass ich zu ihr gehe und sie befrage. Seine Männer sprachen zu ihm: Siehe, in En-Dor ist eine Frau, die kann Tote beschwören. 8 Und Saul machte sich unkenntlich und zog andere Kleider an und ging hin und zwei Männer mit ihm, und sie kamen bei Nacht zu der Frau. Und Saul sprach: Wahrsage mir doch durch einen Totengeist, und hole mir herauf, wen ich dir nenne. 9 Die Frau sprach zu ihm: Siehe, du weißt doch, was Saul getan hat, dass er die Totenbeschwörer und Wahrsager ausgerottet hat im Lande; warum willst du mir denn eine Falle stellen, dass ich getötet werde? 10 Saul aber schwor ihr bei dem HERRN und sprach: So wahr der HERR lebt: Es soll dich in dieser Sache keine Schuld treffen. 11 Da sprach die Frau: Wen soll ich dir denn heraufholen? Er sprach: Hol mir Samuel herauf! 12 Als nun die Frau Samuel sah, schrie sie laut und sprach zu Saul: Warum hast du mich betrogen? Du bist Saul. 13 Und der König sprach zu ihr: Fürchte dich nicht! Was siehst du? Die Frau sprach zu Saul: Ich sehe einen Gott heraufsteigen aus der Erde. 14 Er sprach: Wie sieht er aus? Sie sprach: Es kommt ein alter Mann herauf und ist bekleidet mit einem Priesterrock. Da erkannte Saul, dass es Samuel war, und neigte sich mit seinem Antlitz zur Erde und fiel nieder.“
Diese Geschichte wird kaum in einer christlichen Predigt behandelt. Warum auch? Totenbeschwörung ist ein Sakrileg. Es ist Christen untersagt, Tote zu beschwören oder zu befragen. Dennoch wird diese Geschichte in der Bibel behandelt. Offenbar hat sie sich so zugetragen, wie sie in der Heiligen Schrift berichtet wird. Dem Saul hat diese Toten-Beschwörung nicht geholfen. Er stirbt in der nächsten Schlacht, so wie es Samuel ihm voraussagt.
21.04.2022 Kk

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