Jemand fragte mich vor Kurzem: “Könnte die Auferstehung Jesu nicht vorgetäuscht sein?“ Diese Frage stellen sich nicht nur Atheisten sondern auch gläubige Juden und gläubige Moslime. Letztere verehren zwar den Messias als Propheten, glauben aber nicht an seine Auferstehung aus dem Tode. Der fromme Jude hingegen glaubt, dass der Messias am Ende aller Tage als Retter erscheinen wird, doch dieses Ereignis werde noch kommen, so meinen sie. Auch sei Jesus der Messias der Juden nicht gewesen. Moslime schließen sich weitgehend dieser Meinung an. Immerhin halten sie Jesus für einen Propheten Gottes, der im NT allerdings falsch dargestellt worden sei. Daher liest man auf dem ehemaligen Tempelplatz an der AL Achsa Moschee die Worte: „Gott hat keinen Sohn“. Wie ist das denn nun mit den Glaubenssätzen der drei Weltreligionen Judentum, Christentum und Islam?

Inhaltsverzeichnis

1.Glaubenssätze sind unbeweisbar

Führen wir dazu einen indirekten Beweis. Nehmen wir also an, das Gegenteil sei richtig. Es gelte also der Satz: „Glaubenssätze sind beweisbar!“ In diesem Falle müsste ein jeder vernünftige Mensch den Glauben an Jesu Christi annehmen. Dann wäre die „Errettung durch Glauben“ nur jenen vorbehalten, die logisch denken können. Diese Leute müssten dann nach den Aussagen der Heiligen Schrift „durch Glauben errettet“ werden, auch dann, wenn sie ohne Reue sündigen. – Wie wäre es andererseits mit den Menschen, welche den Beweis nicht nachvollziehen könnten? Sie könnten dann nicht „durch Glauben“ errettet werden, selbst wenn sie einen frommen Lebenswandel führen würden.

2.Geistliche Pubertät

Kinder vertrauen ihren Eltern. Dieses sog Urvertrauen ist ihnen förmlich in die Wiege gelegt worden. Sie erfahren, dass ihre Eltern es gut mit ihnen meinen. Daher gehorchen sie ihnen selbst dann, wenn sie den Sinn des Befehles nicht einsehen sollten. Kinder haben im Allgemeinen auch keine Probleme mit dem christlichen Glauben. „Papa hat das Haus gebaut und der himmlische Vater die Welt“, so denken sie oftmals, wenn sie zuvor gut christlich erzogen wurden. Selbst im Trotzalter lassen sie sich noch durch die Eltern leiten, wenn diese ihnen ins Gewissen reden oder einfach schweigend aber behaarlich sie in die Schranken verweisen. – Die Pubertätszeit jedoch bringt echte Probleme mit sich. Während dieser Zeit zweifeln die Kinder mitunter Alles an!
Einem „Zustand“, vergleichbar mit dem des Trotzalters oder dem der Pubertät, können auch Erwachsene verfallen, allerdings nur auf dem Gebiete des religiösen Glaubens. Dazu ein Beispiel: Einer meiner Mathematikfachleiter benahm sich mir gegenüber wie ein Atheist und nervte mich durch seinen Widerstand gegen meinen christlichen Glauben. Schließlich platzte mir der Kragen. „Sie befinden sich in geistlicher Pubertät“, brach es aus mir hervor. Der Fachleiter fand meine Bemerkung witzig – Gott sei Dank! Ansonsten hätte ich unter ihm leiden müssen. So blieb er mir freundlich gesonnen.
In diesem Zusammenhang hilft uns ein Wort Jesu weiter, das wir im Evangelium des Matthäus lesen.
Math 18,2-3: „In jener Stunde traten die Jünger zu Jesus und sprachen: Wer ist denn der Größte im Reiche der Himmel? Und als Jesus ein Kind herzu gerufen hatte, stellte er es in ihre Mitte und sprach: Wahrlich ich sage euch, wenn ihr nicht umkehret und werdet wie die Kindlein, so werdet ihr nicht in das Reich der Himmel eingehen.“ Nach Christi Worten hilft uns das kritische Hinterfragen wenig, welches wir in Glaubensfragen gerne an den Tag legen.

3.Persönliche Erfahrungen

Da meine Mutter eine gläubige Frau war, unterwies sie mich schon sehr früh im christlichen Glauben. Sie schickte mich zu „Tante Enne“ in die Sonntagschule. Ich hörte die biblischen Geschichten des AT und des NT. Dort wurde berichtet, wie Gott zu den Propheten geredet hatte. In meiner kindlichen Naivität bat ich Gott , er möge auch zu mir reden. Das tat er auch eines Abends, als ich beim benachbarten Bauern die Milch holen wollte. Zum Zeitpunkt meiner Ankunft hatte die Bäuerin noch nicht die Kühe gemolken, so dass ich noch warten musste. Einer der Bauernsöhne war gerade damit beschäftigt, mit seiner Heugabel Heu vom Dachboden durch eine Luke auf die Deele zu schieben. Ich stellte mich mitten unter das herunterrieselnde Heu und genoss es, wie dieses mir vor meiner Brust, hinter meinem Rücken und seitlich neben mir herunterglitt. Plötzlich hörte ich eine laute Stimme sagen: „Gehe dort weg!“ Ich gehorchte und trat drei Schritte zurück. Gerade war ich stehen geblieben, da rief der Bauernsohn mir zu: „Walfried, meine Heugabel ist mir aus der Hand gerutscht. Reichst Du sie mir einmal hoch.“ Ich hatte kurz zuvor gesehen, wie diese mit einigen Heu-Stengeln direkt vor meiner Nase herunterrauschte. Die mittlere Zinke hätte mich wahrscheinlich am Kopf getroffen, wenn ich zuvor nicht zurückgewichen wäre. Um mich herum war niemand, der mich hätte zuvor warnen können. Der Herr hatte zu mir geredet. Von da an wusste ich: “ Kinder , die ihn lieb haben, die lässt er nicht ohne Schutz“. Menschen meiner Umgebung haben mir diese Geschichte nicht geglaubt. Doch meine Mutter nahm sie mir als Tatsache ab!


Geschichten: Meine Memoiren

05.12.2020 Kk

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