Empore

In den Kirchen treffen wir gläubige Menschen. Wir können uns über unseren gemeinsamen Glauben unterhalten. Auch dann, wenn wir nicht immer einer Meinung sind, so gebietet es doch unser christlicher Glaube, miteinander respektvoll umzugehen. Negatives Reden über nicht Anwesende verbietet sich. Unsere Kritik dürfen wir jedoch jeder Frau und jedem Manne sachlich und mit Wohlwollen vortragen, wenn diese Kritik konstruktiv und für dem Gegenüber hilfreich ist. – Ganz andere Situationen ergeben sich allerdings, wenn ein Christ es wagen sollte, sich mit Leuten an einen Tisch zu setzen, welche das Kirchengebäude seit ihrer Konfirmation in der Regel nur von außen angeschaut haben. Viele von ihnen leben ohne Christi Beistand.  Sie praktizieren lediglich ihre „Selbstverwirklichung“.

Doch aus ihrer Zeit der Konfirmationsjahre sind ihnen noch einige Begriffe aus der Bibel geläufig wie z.B. Himmel,Hölle, jüngstes Gericht , ewiges Leben usw. Doch die meisten unter diesen Begriffen sind für sie fremdartig und mitunter auch sogar unangenehm, zumindest unter Protestanten. Die protestantischen Landeskirchen werden angegriffen und besonders die römisch-katholische Kirche. „Was machen die mit ihrem vielen Geld“, wird mitunter gefragt. – Dass die Kirche im allgemeinem verbal verklagt werden, das ist nicht verwunderlich. Letzthin will man Desinteresse und eigenes Fernbleiben vom GD begründen. Somit wird jedes Vergehen von Klerikern angeprangert, während das unmoralische Verhalten unter ihren Gesinnungsgenossen als „nicht so schlimm“ empfunden wird. – Doch etwas Ehrfurcht haben diese Männer aus ihrer Konfirmationszeit doch noch in ihren Herzen. Als einer dieser „Haudegen“ in seiner Männergruppe über einen nicht anwesenden Kollegen schrecklich schimpfte, sagte ich ihm, dass er nicht in den „Himmel“ komme, wenn er damit nicht aufhöre. Es folgte ein tiefes Schweigen in der gesamten Gruppe. Dieses Verhalten verwunderte mich sehr. Hernach hörte ich diesem Kollegenkreis niemals wieder jemanden in dieser Weise reden. Auch anzügliche Witze, die ein anderer Herr wiederholt zum Besten gab, wurden nicht mehr in meiner Gegenwart erzählt.- Gelegentlich fahre ich in ein anderes Städtchen, dort wo man mich nicht kennt. Dort ergeben sich mitunter erbauliche Gespräche mit zuvor mir völlig unbekannten Leuten. Gerade in der Corona-Zeit suchen viele Menschen eine Hoffnung. Während des Gespräches halten wir Abstand von einander und verbeugen uns diskret, bevor jeder wieder seinen eigenen Weg wählt.

17.09.20 Kk

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