Lukas 19,1-10: „1 Dann kam er nach Jericho und ging durch die Stadt. 2 Und siehe, da war ein Mann namens Zachäus; er war der oberste Zollpächter und war reich. 3 Er suchte Jesus, um zu sehen, wer er sei, doch er konnte es nicht wegen der Menschenmenge; denn er war klein von Gestalt. 4 Darum lief er voraus und stieg auf einen Maulbeerfeigenbaum, um Jesus zu sehen, der dort vorbeikommen musste. 5 Als Jesus an die Stelle kam, schaute er hinauf und sagte zu ihm: Zachäus, komm schnell herunter! Denn ich muss heute in deinem Haus bleiben. 6 Da stieg er schnell herunter und nahm Jesus freudig bei sich auf. 7 Und alle, die das sahen, empörten sich und sagten: Er ist bei einem Sünder eingekehrt. 8 Zachäus aber wandte sich an den Herrn und sagte: Siehe, Herr, die Hälfte meines Vermögens gebe ich den Armen, und wenn ich von jemandem zu viel gefordert habe, gebe ich ihm das Vierfache zurück. 9 Da sagte Jesus zu ihm: Heute ist diesem Haus Heil geschenkt worden, weil auch dieser Mann ein Sohn Abrahams ist. 10 Denn der Menschensohn ist gekommen, um zu suchen und zu retten, was verloren ist.“ 
(Die obige Photografie zeigt den Baum, auf den vormals Zachäus geklettert sei!)

Inhaltsverzeichnis


1. Zachäus war geächtet

Zachäus war durch seinem Dienst als Zöllner reich geworden. Welche Aufgabe hat ein Zöllner heute und welche hatte er damals? Bevor die europäische Gemeinschaft gegründet wurde, wurden Autos an den inneren europäischen Grenzen gestoppt und es wurde von den Grenzbeamten gefragt: „Was haben sie zu verzollen?“ Die mitgebrachten Waren im Kofferraum waren im neuen Land viel teuerer als im alten. Der Autofahrer hätte Gewinn machen können, wenn er sie im neuen Land verkauft hätte.
Im damaligen Israel diente der „Zoll“ einem anderen Zweck und zwar dem folgenden: Die Römer hatten überall im ihren Reich Straßen gebaut, so auch in Israel. Diese Straßen mussten finanziert werden! Wer sie benutzte, der musste „Zoll“ zahlen an die sogenannten „Zöllner“. Im heutigen Staaten wären das Beamte gewesen, die von der Regierung für ihre Dienste entlohnt worden wären. Doch so modern waren die Römer noch nicht. Sie überließen den Zöllnern ihre Bezahlungen selbst. Diese forderten von den Benutzern der Straße mehr als sie später den Römern überwiesen. Auch Zachäus hatte das so gehandhabt und war dabei reich geworden. Deshab war auch er in Israel unter den Juden verhasst.


2. Zachäus hatte Christus zuvor noch nie gesehen

Auf Grund seiner Position als oberster Zolleinnehmer hatte Zachäus bisher die jüdische Öffentlichkeit gemieden. Da er von kleiner Gestalt war, war ihm das bisher weitgehend gelungen. Auch jetzt will er „under cover“ erscheinen. Dabei wählt er eine Methode, welche eigentlich seines Standes unwürdig ist. Er benimmt sich wie ein kleiner Fussball-Fann, der den Eintrittspreis fürs Stadion nicht zahlen möchte.


3. Zachäus bekehrt sich spontan

Als Jesus Zachäus sieht, anspricht und ihm sogar besuchen will, da bekehrt sich der Zolleinnehmer. Er will alles Geld, welches er erbeutet hat, vierfach zurückzahlen. Dieses bekennt er offenbar vor allen, welche dadurch zu Zeugen seiner Bekehrung werden. Christus ist sofort bereit, in das Haus des Zachäus zu kommen. Für fromme Juden war das ein „Now go“. Für manche frommen christlichen Leute ist es auch heute noch unverständlich, das Pastore oder Priester im Gefängnis als Seelsorger tätig sind. Viele selbstgerechte Menschen wollen auch heute noch nur verurteilen und nicht helfen. Jesus kümmerte sich jedoch um die Verlorenen und tadelte die Selbstgerechten. Das brachte ihn den irdischen Tod ein. Gott aber hat ihn auferweckt zum Heil aller, die ihn als Erlöser anerkennen.

01.07.26 Kk

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