Die Stiftskirche in der westfälischen Kleinstadt Enger schaut auf eine lange Geschichte zurück. Ihren Anfang nahm diese, als Karl der Große um 800 die heidnischen Sachsen bekehren wollte. Der irische Mönch Lebuin hatte das schon zuvor versucht. Doch die sächsischen Stämme verehrten in ihren Religionen nur den Gott, welchen ihnen in den zahlreichen Streitereihen unter ihnen den Sieg schenken konnte. Das war bislang nur Odin, Tor oder Dona gewesen. Doch Kaiser Karl bot ihnen einen neuen Gott an, der offensichtig stärker war als alle Götter der Germanen. Die ständigen Niederlagen gegen die christlichen Franken und ein Quellenwunder im Wiehengebirge veranlasten den Sachsenherzog zum konvertieren.

1. Das Widukind Museum in Enger

Die Geschichte der Stadt Enger ist eng mit dem sächsischen Adeligen Widukind verknüpft. Zwischen 777 und 785 leistete er Karl dem Großen erbitterten Widerstand gegen die fränkische Eroberung und die damit verbundene Christianisierung. Im Jahre 785 gab er den Kampf auf und ließ sich taufen. In der Stiftskirche befindet sich das Grab Widukinds. – Schwerpunkt der aktuellen Konzeption ist die Geschichte des Widukind-Mythos vom Mittelalter bis in die Gegenwart. (Tafel vor dem Museum)

2. Die Stiftskirche in Enger

Die Stiftskirche in ihrer heutigen Form stammt aus der Mitte des 14.Jahrhunderts. Archäologische Grabungen ergaben, dass es 4 Vorgängerbauten gegeben hat, der älteste stammt aus der Zeit um 800. Im 11. Jahrhundert erhielt die Kirche Querhaus, Chorjoch und die Absis in romanischer Bauweise. Im 14 Jahrhundert errichtete man die teilweise zerstörte Kirche als gotischen Hallenbau mit verkürztem Langhaus ohne Turm. Historische Zeugnisse des 10. Jahrhunderts nennen Widukind als Stifter der Kirche. Als besondere Kostbarkeiten gelten heute der Schnitzaltar des Meisters Hinrich Starvoer (1525) und die Grabplatte Widukinds aus dem frühen 12. Jahrhundert. (Tafel vor der Stiftskirche)

20.05.2024 Kk

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