Die Kirche ist über 800 Jahre alt. Der Baubeginn könnte etwa im Jahre 1190 erfolgt sein, Genaues ist unbekannt. Nach 50 Jahren Bauzeit war die romanische Kirche fertig und blieb zunächst für 30 jahre unverändert. Dann wollten die Bürger eine moderne Kirche im Stile der Gotik haben und man entschloss sich, die alten Seitenschiffe abzureißen und durch breitere und höhere zu ersetzen.

Inhaltsverzeichnis


1. Die Gotik löst die Romanik ab

Nun entstand ein Kirchentyp, den man als Hallenkirch bezeichnet. Im Turmbereich ist noch immer der romanische Stil zu sehen und man sieht dort auch noch die Reste der schmalen und niedrigen Seitenschiffe. Weiter nach Osten ist die Gotik der beherrschende Baustil. Für diesen gotischen Stil wurde etwa ein Jahrhundert an der Kirche gebaut. Der Chor sollte eigentlich noch größer werden, aber im Jahre 1375 setzte eine Pestepidemie der Bautätigkeit ein Ende.


2. Mit dem Kirchennamen wird der „Nikolaus“ verehrt

Der Namenspatron ist der russische „Nikolaus“, der während seiner Lebzeit zu Weihnachten Kinder beschenkte. Er ist auch der Schutzpatron der Seefahrer und Kaufleute. In einer Hansestadt wie Lemgo war es üblich, dass die erste Kirche diesem Heiligen geweiht wurde.


3. Die Reformation in Lemgo

Im Jahre 1533 nahm Lemgo die Reformation an und wurde lutherisch und blieb es auch trotz der Tatsache, dass ihr Landesherr Graph Simon VI im Jahre 1605 calvinistisch wurde. Die Lemgoer fürchteten allerdings, dass sie nun auch kalvinistisch werden müssten, denn es galt seit dem Ende des Dreißig-Jährigen-Krieges (1560-90), dass die Untertanen die Religion ihres Fürsten annehmen sollten. So wurde es im Frieden zu Münster und Osnabrück beschlossen. Dazu waren die Lemgoer allerdings nun nicht mehr bereit. Daher feuerten sie einen Kanonenschuss auf die Burg des Grafen ab, welche am Ostrande ihrer Stadt lag. Der Graf ließ daraufhin den Stadtvätern wissen, dass sein persönlicher Wechsel vom lutherischen zum kalvenistischen Protestantismus nicht bedeute, dass auch sie ihre Konfession wechseln müssten. Danach war der „lippische Religionskrieg“ beendet. Als Graf Simon VI verstarb, ging die Grafenkrohne auf die Detmolder Linie über. (Wer mehr über die Geschichte der Kirche erfahren möchte, der lese den Kurzführer von Prof.Dr. Wolfgang Nerreter, Lemgo)

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