„21 Ich hasse eure Feste, ich verabscheue sie / und kann eure Feiern nicht riechen. 22 Wenn ihr mir Brandopfer darbringt, / ich habe kein Gefallen an euren Gaben / und eure fetten Heilsopfer will ich nicht sehen. 23 Weg mit dem Lärm deiner Lieder! / Dein Harfenspiel will ich nicht hören, 24 sondern das Recht ströme wie Wasser, / die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach. 25 Habt ihr mir etwa Schlachtopfer und Gaben dargebracht / während der vierzig Jahre in der Wüste, ihr vom Haus Israel? 26 Ihr werdet den „Sakkut“ als euren König vor euch hertragen müssen / und den „Kewan“, euren Sternengott, / eure Götter, die ihr euch selber gemacht habt. 27 Ich will euch in die Gebiete jenseits von Damaskus verbannen, / spricht der HERR; / Gott der Heerscharen ist sein Name.“ (Amos 5, 21-27)
Inhaltsverzeichnis
1.Amos spricht im Namen Gottes
So wird kein Pastor heutigen Tages zu seiner Gemeinde sprechen. Die Propheten des alten Bundes taten es jedoch! Einer von ihnen war Amos. Im Vers 27 verweist er auf die Babylonische Gefangenschaft Israels, die einige Jahre später um 750 beginnen wird.
2.Viele Götzen werden an Gottes Stelle verehrt
Sie werden im Vers 26 genannt. Es sind alles selbsternannte Götter. Das Volk nennt sie „Sakkut“ und „Kewan“. Heutigen Tages würde Amos sie vielleicht „Haus“ und „Auto“ nennen. Was heute die Verehrung des Schöpfers des Himmels und der Erde betrifft, so haben wir wie damals das gleiche Problem. Jeder hat seine persönlichen Interessen, denen er folgt. Gott wird dabei von den meisten außer Acht gelassen. Das gilt heute sowohl für die Juden als auch für die Christen.
3.Gerechtigkeit und Hilfsbereitschaft
Wie erreicht man diese Tugenden? Vieles, was wir für gerecht halten, entspricht nicht der Vorstellung des Schöpfers des Himmels und der Erde. Die 10 Gebote geben das an, was der Schöpfer von uns erwartet. Jedoch ihre Interpretation ist entscheidend. In der gesamten Geschichte des Volkes Israel beachteten die hebräischen Pharisäer die Gebote. Aber sie hatten diese nicht immer in ihren Herzen. Sie wurden damit lediglich den sprachlichen Formulierungen der Gebote gerecht, doch nicht deren Inhalte. Ihre Gefühle blieben ohne das, was die Gebote eigentlich erreichen sollten, nämlich das Mitgefühl mit den Kranken und Schwachen. Daher waren sie auch nicht bereit, diesen Leuten zu helfen. Stattdessen distanzierten sie sich von ihnen.
Diese Defizite traten besonders hervor, als etwa 750 Jahre später Jehova seinen Sohn Jesus Christus zu ihren Nachfahren sandte. Der Heide Potius Pilatus verspürte mehr Mitleid mit unserem Herrn Jesus Christus als die geistlichen Führer der Juden. Daher erfolgte nach Jesu Kreuzigung eine „Diaspora“, welche viel länger dauerte als die etwa 50 Jahre der Babylonischen Gefangenschaft. Sie dauerte vom Jahre 0 bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges, als die Sieger den Juden wieder eine Heimat im gelobten Land zuwiesen. Am 14. Mai 1948 wurde die israelische Unabhängigkeitserklärung proklamiert. Damit war die Gründung des Staates „Israel“ vollzogen. Bislang sind noch einige Juden in der Diaspora, aber seit dem Jahre 2000 kann man wieder von einem jüdischen Staatsgebiet sprechen, das dem entspricht, welches sie zu Lebenszeiten Jesu besaßen. Wenn man die 50 Jahre der Babylonischen Gefangenschaft mit den 2000 Jahre Diaspora vergleicht, dann stellt man fest, dass die Letztere etwa 40-mal so lange dauerte als die babylonische Gefangenschaft. Außerdem bildeten die Juden in Babylon eine gemeinsame Gesellschaft. Als sie jedoch später über den gesamten Erdkreis zerstreut leben mussten, da war ihre Situation schlimmer als je zuvor. Dass uns trotzdem das kleine Volk der Juden bis heute erhalten blieb, ist ein Wunder, das einmalig ist!
23.01.2026 Kk

