„44 Noch während Petrus dies sagte, kam der Heilige Geist auf alle herab, die das Wort hörten. 45 Die gläubig gewordenen Juden, die mit Petrus gekommen waren, konnten es nicht fassen, dass auch auf die Heiden die Gabe des Heiligen Geistes ausgegossen wurde. 46 Denn sie hörten sie in Zungen reden und Gott preisen. Petrus aber sagte: 47 Kann jemand denen das Wasser zur Taufe verweigern, die ebenso wie wir den Heiligen Geist empfangen haben? 48 Und er ordnete an, sie im Namen Jesu Christi zu taufen. Danach baten sie ihn, einige Tage zu bleiben.“ (Apg 10,44-48)
Inhaltsverzeichnis
1.Nicht-Juden empfangen den Heiligen Geist
„45 Die gläubig gewordenen Juden, die mit Petrus gekommen waren, konnten es nicht fassen, dass auch auf die Heiden die Gabe des Heiligen Geistes ausgegossen wurde.“
Ich finde es effektiv, wenn christliche Gemeinschaften sich gegenseitig helfen, ihren Gottesdienst zu gestalten. Warum? – Uns Christen wird oft vorgeworfen, wir würden uns gegenseitig die Zuhörer entreißen. Es fehle die Toleranz, welche in der Geschäftswelt durchaus zu beobachten sei. „Aldi“ würde sich nicht beschweren, wenn einer ihrer Kunden im „Kaufhof“ einkauft. Warum sehen „Zeugen Jehovas“ es nicht gern, dass eines ihrer Mitglieder am Sonntagmorgen in die evangelische oder katholische Kirche geht? Diese skeptische Haltung gegenüber fremden christlichen Glaubensrichtungen finden wir schon in der Urgemeinde, wie es uns oben in Vers 45 berichtet wird. Doch damals führt diese nicht zur Ablehnung jener nichtjüdischen Christen. Die bekehrten Heiden werden als „geistliche“ Brüder und Schwester angenommen.
2.In Zungen reden und Gott preisen
„46 Denn sie hörten sie in Zungen reden und Gott preisen.“
Woran erkennt Lukas, der Schreiber der Apostelgeschichte, dass die Anwesenden Jünger Jesu sind? An zwei Kriterien macht er des fest, am „Reden in Zungen“ und am „Preisen Gottes“. Die Mitglieder der damaligen christlichen Gemeinschaften waren damals aktiv. Der Hauskreis, von dem hier die Rede ist, wurde nicht so geleitet wie es die Besucher heutiger Gottesdienste erfahren. Letztere werden fast ausschließlich vom Pastor geleitet. Den Zuhörern wird mitgeteilt, was sie zu tun haben. Da gibt es kaum Spielraum für persönliche Beiträge wie „Zungenrede“ oder „Gotteslob“. Der Zuhörer scheint völlig entmündigt zu sein. Daher bieten unsere ev. Kirche in Hiddenhausen abendliche Gesprächskreise am Wochenende an. Baptisten praktizieren diese sogar während der Woche.
Die Freikirche, in der ich aufgewachsen bin, versammelte ihre Mitglieder auch Mittwoch nach Feierabend zum sogenannten Bibelgespräch, bei dem sich jeder Besucher beteiligen durfte. Zum Silvester-Gottesdienst durfte er ein „Zeugnis“ abgeben und berichten, was er im verflossenen Jahr an Glauben stärkenden Erlebnissen erfahren hatte. – „Gott preisen“ vermag heute nur noch der Prediger. – Das Reden in Zungen praktizierten nach dem Zweiten Weltkrieg lediglich die pfingstlerisch eingestellten Gemeinden, und zwar öffentlich während der Gottesdienste. Von einem nicht pfingstlerischen Freikirchler erfuhr ich, dass er mitunter ganz privat in „neuen Zungen“ bete.
3.Heiliger Geist und Taufe gehören zusammen
„47 Kann jemand denen das Wasser zur Taufe verweigern, die ebenso wie wir den Heiligen Geist empfangen haben?“
Heute wird jedes Kind getauft, wenn die Eltern das möchten. Das war in der Urgemeinde anders, wie wir Vers 47 entnehmen können. Nur die, welche den Heiligen Geist empfangen hatten, wurden getauft. Wie konnten die Jünger erfahren, wer dafür in Frage kam? Die Antwort finden wir im Vers 46: „Denn sie hörten sie in Zungen reden und Gott preisen.“
Dieses waren die Kriterien, welche zur Taufe führten. Davon sind die Volkskirchen heute weit entfernt. Es darf sogar ein Baby getauft werden, während es schläft. Das habe ich während eines Taufgottesdienstes selber erlebt. Wenn Eltern fordern, dass man ihr schlafendes Baby taufen solle, dann findet sich immer eine Amtsperson, die es tauft. – Allein in den Freikirchen hält man sich noch weitgehend an die Regeln der Urgemeinde, dadurch dass der Pastor den „Täufling“ fragt, warum er sich taufen lässt.
Durch die Begründung der Taufe durch den Täufling wird „Gott gepriesen“. In den freien Gemeinden ist auch das „Beten in neuen Zungen“ noch nicht ganz ausgestorben, wird aber in der Regel nicht öffentlich sondern im stillen Kämmerlein praktiziert.
20.01.2026 Kk

