Zeitkritische Gedichte: Maßvolles Leben

Auf dem Rad

Ein kleiner Türke auf dem Rad
braust verwegen durch die Stadt.
Doch, oh Schreck, oh Graus,
er fährt ja gar nicht gradeaus.

Der Mann in offenbarer Not
passiert die Ampel jetzt bei Rot.
Doch mit großem Glück
legt er die Strecke heil zurück.

Nachdem er ist im Park verschwunden,
hat er das Schlimmste überwunden.
Dort landet er, man glaubt es kaum,
überm Lenker unterm Baum.

Hätt‘ er doch auf Frau gehört!
Der Wein hätt ihn dann nicht betört!
Jetzt rollt er die Böschung runter
in den Teich, dort wird er munter.

Ob Moslem, Jude oder Christ,
dem Wein durchaus erlaubet ist,
Sie alle reagieren gleich:
Besoffen landen sie im Teich.

15.05.2004 Kk

Nicht wie Sisyphus

Sie kaufen vieles von dem Neuen,
um ihr Leben zu gestalten,
damit sie sich an ihm erfreuen,
mehr als an dem Alten.

Doch das Neue wird auch alt
schon nach wenig Jahren.
Dann ist das Leben wieder kalt
und schwer nur zu ertragen.

Sisyphus kann uns erzählen,
wie man solches tut.
Darum lasst uns dies nicht wählen.
Solches raubt den Mut.

Lasst uns schaffen das, was bleibt
für die Ewigkeit.
Und für das, was jene treibt,
bleibt uns nicht die Zeit.

23.06.2007 Kk

Das rechte Lied

Singe ein Lied zu Gottes Ehre
mit frohem und herrlichen Klang,
so stimmen auch ein Himmelschöre
in Deinen Lobgesang!

Sie singen nicht beim Rock und Roll
und auch nicht bei aggressiven Gesang.
Von diesen Tönen ist die Hölle voll,
nebst Zigarettengestank!

Darum singe Lieder zu Gottes Ehre
mit Inbrunst, Liebe und Sympathie,
so stimmen auch ein himmlischen Chöre
mit Wohlklang und Harmonie!

24.12.2007 Kk

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