Religion: Die Aktualisierung in der Predigt

Auf der Straße sprach ich einen jungen Herrn an, den ich nur flüchtig kannte. Ich konfrontierte ihn mit den Worten: „Warum gehen sie nicht Sonntags zum Gottesdienst in die Kirche?“ – Er schaute mich verdutzt an und antwortete mir: „Was interessieren mich die Probleme von Kleintierhirten, die vor 2000 Jahren in Israel gelebt haben!“

Das Problem der Moderne

Sein Problem war offensichtlich: Er lebt 2000 Jahre n. Chr. n. in Norddeutschland. Hier werden Kühe auf der Weide und Schweine in riesigen Hallen gehalten. Hirten gibt es nur noch als Fremdenattraktion. Dadurch waren die Geschichten des AT für den Mann uninteressant geworden. – Wie wäre eine pastorale Abhandlung aus dem NT? Nun, das bezieht sich wiederum auf das AT. So spricht Christus vom guten Hirten, der sein Leben für die Schafe lässt. Er heilt Blinde, Lahme und Aussätzige. Wir gehen heute zum Arzt, wenn die Augen schwach werden, die Glieder steif oder die Haut einen Ausschlag zeigt.

Es gibt eine Lösung

Aber über die Jahrtausende hinweg hatten die Menschen auch ganz ähnliche Probleme. Der Geist des Menschen wird nämlich zu allen Zeiten überfordert, damals durch Philosophien, heute durch das Internet. „An was soll man noch glauben“, fragen sich viele Menschen.

Zu allen Zeiten gab es Krankheiten des Leibes, des Geistes und der Seele.(3.Mose 13/14) Von Zeit zu Zeit gab es Pandemien wie Ausschlag, Pest,Pocken. Heute quält uns die Pandemie Corona-19. Die Quarantäne gab es schon zu Jesu Zeiten. Daher musste der Aussätzige ständig ausrufen: „Aussatz, Aussatz …!“ Er wurde dazu angehalten, von den Gesunden Abstand zu halten, und jeder Gesunde hielt sich von ihm fern. Es wollte ja niemand angesteckt werden.

  • Jesus heilt einen Aussätzigen (Mt 8,2; Mk 1,40)! – Das würde z.B. ein aktuelles Thema werden für einen „auf Korona positiv Getesteten“. Dieser wird heute ähnlich behandelt wie eine „Aussätziger“ damals. Der Pastor könnte am Ende seiner Andacht seinen Gebetskreis auffordern, für die Korona-Kranken zu beten, welche sich in Quarantäne befinden. Heilen kann Christus heute noch durch den Heiligen Geist, der ihn vertritt.
  • Jesus verurteilt nicht die Ehebrecherin (Johannes 8,10)! – Das würde z.B. ein aktuelles Thema werden, falls „Ehebrecher“ statt „Ehebrecherin“ verwandt würde. Damals schrieb Christus etwas in den Sand, was die anklagenden Männer in die Flucht trieb. Würde Christus als Richter im Falle Hardy Weinstein auftreten, so würden vielleicht die Anklägerinnen sich heimlich davonmachen. Heute haben wir einen Rollentausch zwischen den Geschlechtern. Zur Zeit Jesu hatten die Frauen an allem Schuld, heute sind die Männer die alleinigen Schuldigen. Damals klagten die Männer die Frauen an, heute klagen die Frauen die Männer an. Schuldig sind sie beide. Es kommt eben nur darauf an, wer momentan „das Sagen hat“. Sexualdelikte müssen verfolgt werden, damit sie nicht ausufern. Doch ein gerechtes Urteil ist sehr schwer zu finden, da diese Delikte unter „Ausschluss der Öffentlichkeit“ stattgefunden haben. Nur Gott allein weiß, wie sich alles genau zugetrgaen hat und was ein jeder Beteiligte sich dabei gedacht hat. Aus diesem Grunde sagt die Heilighe Schrift:“…Denn die Unzüchtigen und die Ehebrecher wird Gott richten.“ (Hebräer 13,4)
  • Jesus bekehrt einen „Steuerhinterzieher“! – Zur Zeit Jesu waren neben den freizügigen Frauen auch die betrügerischen Zöllner verachtet, weil sie in die eigene Tasche wirtschafteten. Heute in der Zeit der Geldwäsche sollten die Steuerbetrüger zum Sündenbekenntnis aufgerufen werden. Bartimäus, der Zöllner, wurde durch Jesu Zuwendung zur Buße geleitet (Mk 10,46) und Ulli Hönes offenbar durch sein christliches Gewissen. Doch Steuerhinterziehung ist immer noch ein aktuelles Thema.

Ausklang

Liebe Pastoren und Pastorinnen behandelt bitte weiterhin die aktuellen Themen unserer Zeit. Dadurch werdet ihr nicht unbedingt beliebter werden bei allen Gottesdienstbesuchern. Doch Gott der Herr des Himmels wird sich gewiss über euch freuen.

21.10.2020 Kk

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