Seit 1970 ist die Ehescheidung den Partnern sehr leicht gemacht worden. Wenn ein Ehepartner nicht mehr mit dem anderen Ehepartner zusammenleben will, dann darf er sich vom Letzteren trennen, ohne zwingende Gründe. Ob ein Partner die Ehe durch sexuelle Untreue gebrochen hat, ist dabei unerheblich, da man den Ehebruch in der Regel nicht nachweisen kann. Diese Freizügigkeit hat sogar dazu geführt, dass Ehepartner ihre Frauen tauschen. Auf die Kinder, welche in der Ehe geboren wurden, wird dabei wenig Rücksicht genommen. Ein gläubiger Christ muss sich solcher Praktiken enthalten. – Sollte er sich auch von seinem Ehepartner trennen, wenn dieser mit seinen ehebrecherischen Praktiken fortfährt?

Frauentausch

Die heute übliche Praxis des Frauentausches ist mit der gleichnamigen Praxis des Altertums nicht vergleichbar. Damals wohnten die Stämme der Menschen weit auseinander. Die Verbindungswege zw ihnen waren nur schwer zu überbrücken. Einer Sippe mangelte es oftmals an heiratsfähigen Frauen, der anderen an Männern. Da Männer in der Regel erbten, verließen sie ihre Sippe nicht. War ein Überschuss an Frauen in einem Siedlungsort vorhanden, während ein anderer einen Mangel meldete, dann wurden Frauen Letzterem übergeben. In den nächsten Generationen konnte dann vielleicht eine Rückgabe von Frauen geschehen, ein sogenannter Ausgleich.
Was heute unter dem Namen „Frauentausch“ geschieht, ist etwas ganz anderes. Das konnte es früher gar nicht geben, weil es ein unvorstellbares Chaos verursacht hätte. Heute wird es jedoch durch die Verhütungsmittel ermöglicht, durch welche Nachkommen verhindert werden. Doch wie ist es mit dem Küssen? Praktiziert man die mit der Maske? Und wie wird die übrige Hautberührung vermieden? Diese unmoralischen Treffen waren und sind, falls sie noch praktiziert werden, ein sehr effektiver Hotspot für die Ausbreitung der Corona-Epidemie.

Kinder aus nicht harmonischen Ehen

Oftmals hörte ich, schlimmer als eine Scheidung sei es für ein Kind, wenn eine zerrüttet Ehe untrennbar sei. Dagegen spricht die Erfahrung, welche wir Kinder unmittelbar nach dem Zweiten Weltkriege machten. Viele Väter kamen als Alkoholiker aus der Gefangenschaft. Therapien für Alkoholabhängige existierten nicht. Trotzdem blieben die Frauen auch dann bei ihren Männern, wenn diese alle 14 Tage volltrunken nach Hause kamen. Ihre Kinder halfen der Mama bei der Haus- und Gartenarbeit, wenn Papa noch „Überstunden in der Kneipe“ machte. Wenn diese Kinder erwachsen waren, dann konnte sich schon mal so etwas ereignen wie bei Papa Josef: Dieser wurde regelmäßig von seinem volljährigen Sprössling aus der Kneipe abgeholt. Josef hörte ich dann sagen: „Wenn meine Frau meinen Sohn schickt in Wirtschaft, dann werde ich mich „erschissen.“ Dieser Deutsche aus dem Osten hat noch lange gelebte. Aber alkoholische Getränge hat er wahrscheinlich nur noch in seinem Keller getrunken.
Wenn eine Frau keinen erwachsenen Sohn hatte, dann schickte sie eben ihren kleinen Sprössling durch die Nacht. Mitunter gab es hernach zuhause Streit. Manche Frau betete in ihrer hilflosen Lage und verhinderte so den Zwist. Scheiden ließ man sich nicht. In diesen Familien gab man die Ehe nicht auf, auch dann nicht, wenn es schwierig wurde. Frauen erfuhren Kraft durch den Gottesdienst am Sonntagmorgen und zusätzlich im Bibelgespräch am Mittwochabend. Die Männer blieben in der Regel ihren Frauen treu und arbeiteten in ihren Berufen trotz mancherlei Beschwerden, welche sie aus dem Kriege mitgebracht hatten.

Sollte ein Christ beim ehebrecherischen Ehepartner bleiben?

Das lässt sich allgemein nicht beantworten. Doch gibt es Folgendes zu bedenken: Wenn ein Partner Wiederholungstäter ist, dann wird er Krankheiten in die Familie tragen. Neben Cobid-19 können das auch Geschlechtskrankheiten sein, sogar solche, die zur Impotenz führen. Friedrich der Große wurde durch solch eine Krankheit, die er sich in seiner Jugend durch Ansteckung am freizügigen Hofe August des Starken eingeholt hatte, völlig impotent.
Bei einem Ehebruch, der nachgewiesen wurde, kann man sich vom Partner trennen, wenn keine Reue des Ehebrechers vorliegt. Glaubhafte Reue liegt allerdings nicht vor, wenn der Gestrauchelte nur sagt: “Es tut mir leid!“ Er müsste seinen gesamten Lebensstil ändern. Statt nach Feierabend bei Amazon kaufen und am Wochenende über Samstag und Sonntag Urlaub machen, wäre ein Besuch des sonntäglichen Gottesdienstes angebracht. Wenn der Neuling anfangs vom Worte Gottes nichts verstehen sollte, so liegt das nicht am Pastor, sondern am eigenen Lebenswandel. Das Gebet der Pastoren könnte die Gesinnung des kritischen Gottesdienstbesuchers ändern, sodass dieser die bösen Folgen seines gottlosen Lebenswandel erkennt und durch Buße davon befreit wird. Danach wird der Gottesdienst ihm Kraft und Freude schenken. Je früher er damit beginnt, desto leichter fällt der Schritt in die moralische Verantwortung und in die Freiheit eines Christenlebens. Er wird dann freiwillig auf das unmoralische Leben verzichten, weil er etwas Besseres gefunden hat.
Mitunter ist eine Trennung mit folgender Scheidung unausweichlich. Wenn ein Ehepartner mit dem Angetrauten nicht mehr zusammen leben will und sein Verhalten dahin führt, dass Haus und Hof verkauft werden muß, was dann…?-Fragen wir die Heilige Schrift.
Im 1.Korinther 7,15 lesen wir: „Wenn aber der ungläubige Partner auf einer Trennung besteht, dann willigt in die Scheidung ein. Der Bruder oder die Schwester ist in solchen Fällen nicht an die Ehe gebunden. Gott hat uns doch zu einem Leben in Frieden berufen!“ Im Markusevangelium steht: „9 Und was Gott zusammengefügt hat, sollen Menschen nicht scheiden! 10 Im Haus wollten die Jünger dann noch mehr darüber wissen. 11 Jesus sagte ihnen: „Wer sich von seiner Frau trennt und eine andere heiratet, begeht Ehebruch gegenüber seiner ersten Frau. 12 Auch eine Frau begeht Ehebruch, wenn sie sich von ihrem Mann trennt und einen anderen heiratet.“

30.07.2021 Kk

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