Wenn ein junger Mensch das Wort „Tempel“ hört, nachdem er die Kommunion oder die Konfirmation aufmerksam durchschritten hat, der stellt sich den Tempel vor, den der israelitische König Salomon vor Christi Geburt in Jerusalem auf dem Tempelplatz erbauen ließ. Seine Vorstellungen können lediglich auf Zeichnungen beruhen, denn dieser Tempel wurde mitsamt der Stadt Jerusalem zwischen 69 – 70 n. Chr. vom späteren Cäsar Vespasian belagert und schließlich durch seinem Sohn Titus vollständig zerstört. Seitdem wurde er nicht wiederaufgebaut. Alle Versuche dazu scheiterten bis heute.

Tempel als Ausdruck für ein Gotteshaus

Es gibt christliche Sonderkirchen, welche ihre Gotteshäuser „Tempel“ nennen. Doch mit dem ehemaligen Tempel im damals zerstörten Jerusalem haben diese nur den Namen gemeinsam. Im jüdischen Tempel war Gott selbst anwesend. Das kann man nicht unbedingt von den Kirchen der Sekten sagen, welche die jüdische Tempel-Tradition fortführen wollen.
Aber es wird doch im NT durchaus etwas über den Tempel des Heiligen Geistes gesprochen. Hier sei eine Bibelstelle genannt: “Oder wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes in euch ist, den ihr von Gott habt, und dass ihr nicht euch selbst gehört?“ (1.Korinther 6,19) War wirklich jeder gläubige Christ der Urgemeinde ein aus Fleisch und Blut gebauter Tempel Gottes? Offenbar bezieht sich Paulus auf eine Aussage seines Herrn Jesus Christus. Gegenüber den Pharisäern und Schriftgelehrten hatte dieser nämlich das Folgende behauptet: Joh 2,19: „Brecht diesen Tempel ab, und in drei Tagen werde ich ihn aufrichten. Da sprachen die Juden: 46 Jahre ist an diesem Tempel gebaut worden, und du willst ihn in drei Tagen aufrichten? Er aber sprach von dem Tempel seines Leibes.“
Offenbar bezieht sich der Apostel Paulus im 1.Korintherbrief 6,19 auf Johannes, den Jünger des Herrn. Dieser hatte immer in unmittelbarer Nähe seines „Meisters Jesus“ sich befunden. Er ist daher auch heute noch ein zuverlässiger Zeuge. Von diesen Aussagen des Johannes geht Paulus im 1. Korintherbrief 6,19 offenbar aus.

Jeder Christ sollte ein Tempel sein

Während des ersten Pfingstfestes hatten auch die anwesenden Jünger den Heiligen Geist empfangen. Sie konnten deshalb in sogenannten „Zungen“ reden, sodass alle Anwesenden, welche nicht aramäisch verstanden, in ihrer eigenen Sprache die frohmachende Botschaft vom Gekreuzigten und Auferstandenen Christus wahrnahmen. Die Spötter vernahmen hingegen nur etwas, welches so ähnlich klang wie „babalabab“. Deshalb spotteten sie.
Und was noch erstaunlicher war: Die ehemaligen Jünger vollbrachten dieselben Wunder, die zuvor nur Jesus geschehen lassen konnte.Sie waren nun auch „Tempel des Heiligen Geistes“ geworden, so wie es zuvor schon ihr Meister gewesen war.

Gott wohnt in menschlichen Herzen

In der Apostelgeschichte lesen wir im 17. Kapitel:“ 27 Und er hat gemacht, dass wir den Hern suchen sollen, ob wir ihn finden und fühlen möchten. Und fürwahr: Er ist nicht ferne von einem jeglichen unter uns. 28 Denn in ihm leben, weben und sind wir.“

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