Arme und reiche Völker in Altertum und Mittelalter

Sie gab es schon seit dem Anfang der Menschheitsgeschichte. In der Frühzeit waren die Stadtstaaten in den Urstromtälern des Euphrats, des Nils und anderer Flüsse im fruchtbaren Gürtel der Erde, recht wohlhabend. Alexandrien im Nildelta, Ninive und Babylon am Euphrat, sowie die Städte am Brahmaputra und Ganges besaßen eine hohe Kultur. Rom war seit dem ersten Jahrhundert vor Christi Geburt in Europa vorherrschend. Doch nach einer gewissen Zeit fand in diesen Kulturen eine Umverteilung des Reichtums statt. Im westlichen Römerreich übernahmen spätestens seit 500 p. Chr. n. die Germanen die Herrschaft und damit Kultur und Wohlstand Roms. Ähnliches geschah in den anderen Hochkulturen dieser Erde. Der Reichtum und das damit verbundene Wohlleben führte bei den bislang Herrschenden zur Verweichlichung. Währenddessen hatten die armen eingewanderten Völker im Kampf nichts zu verlieren und gewannen mithilfe der übernommenen Waffentechnik mit der Zeit die Oberhand. So war es jedenfalls bei Römern und Germanen. In anderen Kulturen wird eine ähnliche Entwicklung stattgefunden haben.

Arme und reiche Völker im Atomzeitalter

Die Bomben, welche am Ende des Zweiten Weltkrieges auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki fielen, haben die Welt entscheidend verändert: Kriege können nicht mehr dazu dienen, einen Ausgleich zwischen armen und reichen Völkern herbeizuführen, weil die reichen Staaten ihren Wohlstand mit Hilfe von Atomwaffen verteidigen würden, falls die armen Staaten einen Angriff auf sie wagen würden. Der Unterschied in der Lebensqualität zwischen armen und reichen Nationen wird daher immer größer, so wie bei einer geöffneten Schere der Abstand der Schneiden.

Die Wegwerfgesellschaft der Neuzeit

Alte Häuser wurden früher renoviert, ausgebessert, isoliert und gestrichen. Heute werden sie abgerissen.  An ihren Stellen werden neue Bauten errichtet, die mit modernster Technik ausgerüstet werden. Das ist nicht schlecht. Der Bauherr erspart sich für mindestens 10 Jahre alle nötigen Reparaturen und Modernisierungen des Hauses.  Was passiert jedoch mit den alten Häusern? Da Bauland im dichtbesiedelten Europa kaum noch angeboten wird, kaufen die jungen Familien ältere Baugrundstücke. Auf ihnen stehen allerdings noch ältere Häuser. Diese müssen weichen, obwohl manche von ihnen zuvor noch modern ausgestattet wurden. Die Zerstörungen, welche im Zweiten Weltkriege in Deutschland die Bomber der Amerikaner und Engländer besorgten, die leisten heutzutage Bagger und Abrissbirnen.

Auch Wohnungseinrichtungen blieben lange unverändert bestehen. Sie waren aus Holz gearbeitet. Wurden sie defekt, dann reparierte sie der Tischler. Der Maler gab ihnen einen neuen Anstricht oder eine neue Glasur.  Diese Wohnmöbel hielten für ein sehr lange Zeit. Mitunter wurden sie an die nächste Generation vererbt.  Heute werden diese Möbelstücke entsorgt, wenn nicht ein Museum oder eine Recycling-Börse oder andere öffentliche Einrichtung sie übernehmen wollen. Elektroschrott wird in die dritte Welt exportiert. Diesen findet man dort auf Müllhalden wieder. Hier suchen die Ärmsten der Armen nach Brauchbarem. – Sie sammeln, bildlich gesprochen, die Brotkrumen, welche von des Reichen Tische fallen. (Lukas 16, 21-27).

Die Dritte Welt hingegen hungert. Kann man dieses ändern? Ich hoffe es! Im Übrigen kann man auch mit dem eigenen Wohnstil dagegen protestieren. Ich kenne christliche Pastoren, die ganz bescheiden ihr Pfarrhaus eingerichtet haben. Sie sind für mich die besten Prediger, welchen ich meine volle Aufmerksamkeit schenken darf. Es zählt eben nicht, was man hat, sondern wer man ist!

10.03.20 Kk

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