Liebe: Gott passt sich uns an

Als meine Kinder mich nach ihrem Besuch wieder verließen, da hörte ich mein zweiundeinhalbjähriges Enkelkind fragen, ob Opa auch „Heia“ mache. – „Ja, Opa macht auch Heia“, anrwortete ich meiner Enkelin.

Warum verwenden Großeltern mitunter dieselben Begriffe wie das Engelkind? Schließlich wollen sie doch auch, dass es die richtigen Begriffe erlernen wird. Richtig, doch zunächst geht es um Bestätigung. Dabei steigen Eltern wie auch Großeltern auf das Niveau des Kindes herab. Ein allzu frühes, ständiges Korrigieren würde das Kind verunsichern. Sie stellen sich auf die Sprachstufe des Kindes ein und bestätigen seinen Begriff, den es verwendet, ohne befürchten zu müssen, das Kind könnte dadurch später die richtige deutsche Sprache verfehlen.

Ganz ähnlich verfährt der Schöpfergott mit den Lesern seiner Bibel, die er seinen Dienern inspiriert hat. Im Schöpfungsbericht wie auch in allen anderen Büchern der Heiligen Schrift lässt er seinen Authoren ihre Berichte in der Sprache ihrer Zeit schreiben. Man bedenke: Unsere Welt wurde zur Zeit, als die Bibel entstand, als eine Scheibe angesehen, über welche der Himmel sich wölbte wie eine Käseglocke. Das war die „kindliche“ Vorstellungswelt der Antike, in welcher die Bibel entstand. In ihr begegnete damals der Schöpfer seinen gläubigen Kindern.

Doch dann kam die Menschheit in ihre „Pubertät“ und entwickelte ihre eigene Weltsicht, gemäß den Erkenntnissen der modernen Wissenschaften. Mit ihrer modernen Weltsicht entwickelte sie auch ihre eigene Sprache. Sie gab vor, alles besser zu wissen als die „Alten“. Doch dann wurden sie selber alt und sprachen wieder die Sprache der Kinder – allerdings in der neuen Weltsicht der Wissenschaft. Der Himmel wird dabei weiter und gewaltiger gedacht und die Engel benötigen nicht unbedingt Flügel. Wir stellen sie uns nicht mehr als kleine mollige Kinder vor oder als Frauen mit mächtigen Schwingen. Es sind Boten Gottes, die uns im Traum erscheinen, oder auch im realen Leben. Sie helfen und bewahren als Schutzengel uns und ganz besonders unsere Kinder. (30.07.2020 Kk)

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