Kirchengeschichten: Es ging ihm die Sonne auf

Im Buch der Genesis des AT lesen wir im Kapitel 32,24-32 eine Beschreibung des Kampfes des Patriarchen Jakob mit einem Engel. Am Ende des Ringens heißt es: „Und ihm ging die Sonne auf!“
Als ich aus meiner OP-Narkose aufgewacht war, bemerkte ich, dass draußen Schnee gefallen war. Obwohl wir schon den 22. Januar erreicht hatten, war es der erste. Man hörte draußen den Schneeflug fahren. Doch schon am nächsten Tage begann es zu regnen. Da nach meiner OP nun alles anders werden würde und zwar zu meinem Nachteil, bereitete der Witterungsumschwung meinem Gemüte weitere Schwierigkeiten. Des Nachts  schlief ich schlecht, mitunter auch gar nicht!
Doch dann kam eine Schönwetterperiode. Sie begann damit, dass eines Morgens über dem benachbarten Gebirgszug die Sonne aufging. Zunächst erblickte man ihren Rand, dann ihre obere Hälfte und schließlich erschien sie in ihrer vollen Größe.  Je vollständiger sie erschien, desto heller wurde ihr Licht.
Wie schön, dass sie am Morgen viel größer erscheint als am Mittag, wenn sie im Zenit steht. Außerdem kann man am Morgen direkt in sie hineinschauen, ohne sich die Augen zu verderben. Ist das Zufall oder Gottes Fügung? Mir hat es jedenfalls geholfen, wieder fröhlich zu werden:  Mir ging buchstäblich die Sonne auf wie einst dem Jakob.
Jakob hinkte nach seinem Kampf am Bache. Auch ich werde in Zukunft ein Krüppel sein. – Doch Gottes einmal gegebene Verheißungen bleiben, denn Jahwe bleibt sich selber treu, auch dann, wenn wir untreu werden. (2.Timotheus 2,13: Sind wir untreu, so bleibt er doch treu; denn er kann sich selbst nicht verleugnen).

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