Hoffnung: Erwartung eines neuen Reiches

Einleitung: Diese Erde sah viele, viele Reiche. Sie alle währten eine gewisse Zeit. Dann vergingen sie. Doch die Heiligen Schriften aber sprechen von einem Reich, welches nicht vergehen wird. Offenbarung 21,1-5: „1 Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen,und das Meer ist nicht mehr. 2 Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, …“

Die Prophezeihung des Daniel

Nach den Prophezeihungen des alttestamentlichen Buches Daniel, endet die Weltgeschichte mit dem Untergang des Römerreiches. Danach sollte das Reich Christi auf Erden beginnen. Viele Christen des frühen Mittelalters haben daraus geschlossen, dass unser Herr um die Wende des ersten nachchristlichen Jahrtausends wiederkommen müsse; denn um diese Zeit war Westrom schon untergegangen und Ostrom dem Verfall preisgegeben. Otto der Große, Imperator des ostfränkischen Reiches, wollte entsprechend dieser Auffassung, dass Bischöfe seines Herrschaftsbereiches zu Landesherren erhoben werden. Danach sah es so aus, als hätte das Tausendjährige Reich Christi auf Erden schon seinen Anfang genommen. Ottos Nachfolger wollten aus diesem Reich ein Weltreich schaffen. In der Tat, diese bischöfliche Herrschaft hat sich über etwa 1000 Jahre behaupten können. Sie begann um 900 n.Chr. und endete im 19.Jahrhundert durch Napoleon Bonaparte.

Das Tal der Gemeinde

Doch hinter dieser sakralen Herrschaft verbarg sich ein folgenschwerer Irrtum, den die Reformatoren später erkannten. Die Diener Christi hatten vor der Zeit geherrscht und waren damit auch nicht mehr die wahren Diener des Herrn Jesu Christi gewesen. Sie hatten offenbar übersehen, dass der Prophet Daniel ausschließlich das Ende des Alten Bundes beschrieb, den Gott Vater mit Mose am Sinai geschlossen und den Josua beim Einzug ins gelobte Land mit dem Volk Israel beschworen hatte. Dieser Heilsbund endete vorerst mit dem Aufstand der Juden im zweiten nachchristlichen Jahrhundert und der anschließenden Diaspora. Heilsgeschichte schreibt Jahwe von da ab mit dem neuen Bund, der unter dem Kreuz Christi geschlossen wurde.
Theologen sprechen in diesem Zusammenhang vom Tal der Gemeinde. Dieses Zeit-Tal beginnt mit dem ersten Kommen des Herrn und endet mit seinem zweiten. Sein erstes Kommen stellt, bildlich gesprochen, einen „Ereignisberg“ dar, sein zweites einen weiteren.
Die gesamte Situation darf man sich folgendermaßen vorstellen: Die erste Höhe wird erreicht durch Christi erstes Wirken in Israel, die zweite wird sich ergeben bei seinem Wiederkommen in dieses Land. Der gläubige Jude erwartet momentan noch das Erscheinen des Messias (Christus). Er steht sozusagen noch vor der ersten Höhe, welche die zweite überdeckt und das Tal dazwischen für ihn verbirgt. Dieses Tal ist das „Tal der weltweiten christlichen Gemeindschaft„. Wenn Christus wiederkommen wird, dann ist es für Juden sein erstes Erscheinen auf dieser Erde, für Christen jedoch schon sein zweites. 10.12.2011 Kk

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