Glaube: Große und kleine Verfehlungen

Verursacht durch die biblische Geschichte über den Sündenfall, sind wir geneigt, eine einzelne Tat als „Sünde“ zu bezeichnen. In diesem Zusammenhang sprechen wir gerne von schwerer und leichter Sünde. Dabei sollten wir besser von leichtem und schwerem Vergehen sprechen. Der Unterschied zwischen den beiden letzteren ist etwa vergleichbar mit dem Unterschied zwischen einem kleinen und einem großen Stein: Beide gehen im Wasser unter! Doch die kleinen Steine übersieht man oftmals, wie auch die kleinen Vergehen. Darin liegt eine Gefahr!
Im Hohelied der Liebe heißt es im 15.Vers des 2. Kapitels: „Fasset die kleinen Füchse, welche den Weinberg verderben!“ Vor Kühen und Pferden lässt sich der Weinberg durch einfache Weidezäune schützen, vor Füchsen nicht! Da Füchse sogar durch kleine Zaunlöcher schlüpfen und über hohe Zäune klettern, sollte der Hüter des Weinberges gegen sie schon mehr Sorgfalt walten lassen. Der Weinberg im Hohelied symbolisiert vordergründig die Liebe zwischen Braut und Bräutigam. Diese menschliche Beziehung muss gepflegt und bewahrt werden, sowohl gegenüber groben Angriffen als auch gegenüber kleinen Sticheleien und Provokationen, wobei Letztere offenbar die gefährlicheren zu sein scheinen, symbolisiert durch die kleinen Füchse, die oftmals unterschätzt werden. Wie wir alle wissen, wird in der Bibel oftmals die Beziehung zwischen Braut und Bräutigam als Bild benutzt für das Verhältnis zwischen Christus und seiner Gemeinde. Die Tiere, welche den Weinberg gefährden, stehen hier für Taten, welche die Verbindung zwischen uns und unserem Herrn zerstören können. Auch hier unterschätzen wir mitunter die Verfehlungen, die uns gering erscheinen, eben die kleinen Füchse. In ihrer Vielzahl aber können
sie durchaus zum Abfall vom Glauben führen, dann eben, wenn wir sie nicht ernst nehmen.
Sünde ist keine einzelne Tat, sondern bezeichnet eine gottlose Haltung, aus der heraus Verfehlungen entspringen! Wer in sündhaften Gewohnheiten beharrt, kann vom Glauben abfallen, weil zwischen ihm und Gott ein „Sund“ liegt. Wer Verfehlungen bekennt und bereut, findet Gnade, so heißt es im Worte Gottes. Wir alle leben von dieser Gnade Gottes und der Vergebung durch Christi Opfertod. 20.02.2013 Kk

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