Bäume wachsen nur dann zu Riesen heran, wenn der Boden unter ihnen fruchbar und fest ist. Ganz ähnlich verhält es sich mit der Entwicklung von Unternehmen.
– Wieder hat das Baugewerbe Hochkonjunktur. Die Bauherren lassen sich Angebote vorlegen. Doch das Angebot garantiert nicht, ob die dort bezeichneten Arbeitsvorgänge auch fachmännisch ausgeführt werden. Keinesfalls empfiehlt es sich, dem Verfasser des preiswertesten Angebotes eine Arbeit zu übertragen. Die kleine Vergünstigung könnte einen großen Schaden nach sich ziehen. Stattdessen sollte man sich um die Unternehmen selbst kümmern und um ihre Reputationen. Auch wird es sich lohnen , ihre Produktionsstätten zu besuchen

Angebote und ihre Überarbeitungen

Mein Rohbau benötigte Fenster. Eine bekannte Firma hatte mir auf meinem Wunsch hin ein detailliertes Angebot vorgelegt. Ihr wollte ich den Auftrag erteilen, Fenster ihrer Produktion bei mir einzusetzen. – Doch eines Tages stand ein Mann auf meinem Hofe und schrie meinen Namen. Der ungebetene Besucher wollte sich nicht abweisen lassen. Er vertrat eine Fenster-Produktionsstätte, die mir völlig unbekannt war. Er wollte mir unbedingt auch ein Angebot unterbreiten.
Nach kurzer Zeit stand er dann wieder vor meinem Hause mit einem Angebot seines Chefs. Die Arbeiten an meinem Anbau wollte sich jener wesentlich teurer bezahlen lassen als die zuvor genannte Firma. Nachdem ich ihn darüber aufgeklärt hatte, kam er einige Tage später mit einem Angebot, das deutlich unter dem der Konkurrenz lag. Leider ging ich darauf ein. Bald hatte ich Kunstoffenster im Rohbau, deren Rahmen sich sehr schnell verzogen, weil die vorgeschriebenen Metallrahmen in ihnen fehlten. Der verantwortliche Unternehmer ließ mich wissen, die später einzusetzenden Scheiben würden die verzogenen Fensterrahmen begradigen.

Besuch beim Unternehmer

Diese Vorkommnisse veranlassten mich, die Firma des Herstellers zu besuchen. Als ich den Ort seiner Produktionsstelle in einer benachbarten Stadt erreicht hatte, stand ich vor einem mit roten Klinkern errichteten wunderschönen Neubau. Es war das Domizil des Unternehmers. Ich bestand darauf, die Produktionsstätte des stolzen Neubau-Besitzers zu sehen. Diese befand sich in einem Schuppen hinter seinem Hause. Als ich sie gesehen hatte, war mir alles klar. Als etwa ein Jahr später einer seiner Arbeiter zwecks neuer Aufträge mein Haus besuchte, wollte dieser gar nicht glauben, dass die großen Fenster, die sein Chef zuvor einbauen ließ, keine Metallrahmen besaßen. Ich erlaubte ihm, das mit einem sehr dünnen Bohrer nachzuprüfen. Anschließend verließ er still mein Haus. Später hörte man von dieser Firma nichts mehr. Bis heute erfreue ich mich allerdings an der Scheibenbeschichtung, die mir erlaubt jeden zu beobachten, der in meinen Hof eingefahren ist, ohne dass dieser mich sehen kann. Zu dieser damaligen Neuerung hatte der dubiose Kleinunternehmer mir geraten. Mithin steckte auch noch etwas Gutes in diesem Menschen! – Allerdings ließ er sich dieses Exra auch königlich bezahlen.

Ohne Vertrauen keine Kunden

In der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts expandierte die westdeutsche Wirtschaft unter dem Minister Ehrhard. Viele Firmen wurden damals gegründet. Einige von ihnen haben später den Bankrott bzw. die Pleite anmelden müssen. Andere sind zu Weltkonzernen aufgestiegen. Jene, welche ihre Fähigkeiten überschätzt hatten, mussten aufgeben. Jene, die sich nicht durch Habgier zu unmoralischen Methoden hinreißen ließen, hatten ihr Auskommen und manche klugen Unternehmer erreichten einen Wohlstand, von dem ihre Vorfahren hatten nur träumen können. Welche begabt waren und dabei noch ehrlich und ehrenhaft ihre Arbeit verrichteten hatten, wurden reich und konnten durch ihre Steuern unseren vorbildlichen Sozialstaat aufbauen, welcher bis heute keinen seiner Staatsbürger dem Hunger überlassen muss. Diese Unternehmer genießen das Vertrauen unseres Volkes bis heute.

Wer glaubt, der bleibt

Das gilt nicht nur für das Jenseits, sondern schon in diesem Leben. Wenn ich mir heute Angebote für Reparaturen oder Erneuerungen für mein Haus einhole, dann lasse ich mir diese am liebsten von Firmen erstellen, die als Familienbetriebe seit längerer Zeit bestehen. Denen vertraue ich am ehesten. Wären es nämlich sogenannte „Bau-Haie“ gewesen, so wären ihre Firma wahrscheinlich schon seit Jahren Pleite gegangen. „Aufrichtige werden von Ehrlichkeit geführt, Treulose von ihrer Falschheit zersetzt.“ (Sprüche 11,3 nach der Elberfelder)

11.06.2021 Kk

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