Im Nachbarland Polen wurde im Oktober dieses Jahres 2020 ein Gesetz bestätigt, das Abtreibung nur nach einer Vergewaltigung erlaubt. Sollte Abtreibung überhaupt erlaubt werden? – Autoren der Zeitschrift „TAZ“ plädieren immer wieder für das Recht auf Abtreibung Ungeborener. Einige ihrer Journalisten wollen offenbar, dass Eltern entscheiden dürfen, ob ihr Kind abgetrieben wird oder nicht. Gott gibt das Leben, Sie wollen darüber verfügen. Aber wo soll das hinführen? Sollte eine Mutter, die sich vom Herzen ein Mädchen mit blauen Augen gewünscht hat, ihr Kind abtreiben dürfen, weil es ein Junge mit brauner Augenfarbe geworden ist?

Abtreibung bei den Germanen

In germanisch-heidnischer Zeit wurden Kinder nach der Geburt getötet, wenn sie Missbildungen aufwiesen. War der Säugling jedoch ohne ersichtlichen körperlichen Markel, so ließen die Eltern ihn leben. Sie dachten in diesem Falle wohl: “ Wenn es ein Junge ist, dann wird er später seine Familie ernähren können und im Kampf seinen Mann stehen. Ist es jedoch ein gesundes Mädchen, dann kann es markellose Kinder gebären.“ Doch wie sah es in diesen Kulturen in Wirklichkeit aus? – Die gesunden starken Knaben wurden später tapfere Krieger, welche in vielen Fehden mit Nachbarstämmen auf dem Schlachtfelde fielen. Wurden sie gefangen genommen, dann konnte es ihnen noch schlimmer ergehen. Der Stamm der Hermunduren ließ sogar einmal seine Gefangenen in einem Moore pfählen.

Vernichtung „unwerten“ Lebens

Im vorigen Jahrhundert gab es durch die Nazis eine Rückbesinnung auf das sogenannte „Heldentum der germanischen Rasse“. Gesunder Nachwuchs sollte gezüchtet werden. Deshalb wollten sie sogar alle Behinderten töten. Ihnen widersprach Pastor Bodelschwingh, der Leiter der Evangelischen Anstalten für Behinderte in Bielefeld. Von ihm soll der Ausspruch stammen, dass nur über seine Leiche die Tötung seiner Schutzbefohlenen geschehen könne. Auch in der Katholischen Kirche erhob sich Widerspruch.  Der damalige Bischof von Münster formulierte diesen etwa folgendermaßen: „Wenn sie sich an den Behinderten vergreifen, dann werden sie es auch eines Tages an uns tun, wenn wir uns im Ruhestand befinden. – Übrigens: Auch Hitlers Helden starben in sinnlosen Schlachten.

Perversionen körperlich Starker

Der Geschichtsforscher Ludwig Quidde befasste sich im 19.Jahrhundert mit den geschichtlichen Berichten über den körperlich starken und gesunden Cäsar Caligula. 1894 erhielt er für seine Untersuchungen den Friedensnobelpreis. Quidde fand u. a. folgende seelische Defizite bei diesem Despoten:

  1. Glaube an die eigene Göttlichkeit,
  2. Verschwendungssucht,
  3. theatralischer Schein,
  4. Heißhunger nach militärischen Triumphen
  5. und Neigung zum Verfolgungswahn.

Bei den Cäsaren Nero, Commodus, Dominitian und Caracalla fand er ganz ähnliche Psychosen. Auch sie waren körperlich gesund doch seelisch dekadent. Zurück zu Caligula! Er verklagte alle Verwandten, die ihm den Cäsarenthron streitig machen konnten. Anschließend ließ er sie ermorden. Seinen Onkel Claudius jedoch verschonte er, ja er fördete ihn sogar. Er meinte offensichtlich, dass er von ihm nichts zu befürchten habe, denn Claudius war ja körperlich behindert. Außerdem hatte der Senat bislang die politische Karriere seines Onkels erschwert . Man schämte sich offensichtlich seiner. Caligula wurde nach etwa dreijähriger Regentschaft von einem Mitglied der Prätorianer-Garde ermordet. Letztere riefen seinen Onkel Claudius als neuen Cäsar aus. Das war das erste Mal, dass die Prätorianer einen Cäsar einsetzten. Diese zum Schutz der Cäsaren eingerichtete Body-Gard-Truppe beschützte lieber einen Behinderten als einen Verrückten. Dem oben erwähnten Caligula folgte also sein humpelnder Onkel Claudius. In der obigen bildlichen Darstellung, die am Anfang dieser Seite zu finden ist, wird er mit Klumpfuß dargestellt. Claudius war zwar körperlich behindert, doch durch eine gelungene Verwaltungsreform gelang es ihm, die Provinzen wieder zum Wohlstand zu verhelfen, die zuvor unter Caligula und seinen Vorgängern vernachlässigt worden waren. (Quelle: Wikipedia)

Genialität körperlich Schwacher

Stephen Hawking (*) ist ein britischer Physiker. Er sagte 1975 eine Strahlung aus den Schwarzen Löchern voraus. Sie wurde von ihm aus den Konzepten der Quantenfeldtheorie und der allgeneinen Relativitätstheorie abgeleitet. Diese Strahlung nennen wir heute „Hawking-Strahlung“. Die Hawking-Strahlung ist auch für die aktuelle Forschung von Interesse, weil sie als potenzielles Testfeld für eine Theorie der Quantengravitation dienen könnte. (*) J.D. Bekenstein hatte zwei Jahre vor Hawking zu der Hypothese gefunden, dass die Oberfläche des Ereignishorizontes ein Maß für die Entropie eines Schwarzen Loches sein könnte (Bekenstein-Hawking-Entropie). Als Entdecker der Schwarzen Löcher, welche unsere Galaxien zusammenhalten, gilt allerdings Hawking. Dieser saß die weitaus meiste Zeit seines Lebens im Rollstuhl. Nur gut, dass man während seiner Tragzeit im Mutterleib seine schlimme Nervenkrankheit noch nicht erkennen konnte und seine Eltern wohl auch keine Abtreiber waren. Ansonsten wäre ein hochbegabter Physiker der Menschheit vorenthalten worden.

Stephen Hawking

Wir Menschlein dürfen nicht uneingeschränkt über das Leben eines Kindes entscheiden, welches uns der Schöpfer geschenkt hat. Das wäre Vermessenheit.

Fazit

Wer körperlich und geistig gesund ist, der muss es nicht bleiben. Viele von diesen scheinbar unversehrten Menschen haben der Welt erheblichen Schaden zugefügt. Behinderte hingegen leisteten in der Geschichte oftmals Erstaunliches wie es am Beispiel des Claudius im Altertum und des Stephen Hawking in der Neuzeit gezeigt wurde. Daher empfehle ich jedem Elternpaar, welches ein körperlich behindertes Kind zur Welt gebracht hat, diese Kind anzunehmen. Sollte die Kraft dazu fehlen, kann es abgegeben werden. Ich kenne eine befreundete Familie, dem ein Mädchen mit Down-Syndrom geboren wurde. Sie addoptierte nach einer gewissen Zeit ein weiteres Kind mit diesem Syndrom. Die ganze Familie ist bis heute sehr gesegnet.

27.10.20 – 08.08.21 Kk/ Quelle Wikipedia (*)

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