In fast jedem christlichen Gotteshaus, ob Kapelle, Kirche oder Dom, sieht der Besucher ein Kreuz als Symbol christlichen Glaubens. Aber nicht nur dort begegnen wir diesem Symbol. Auch erkennen wir es auf vielen Gipfeln der europäischen Alpen. Dient es dort nur der Orientierung, damit jeder Bergsteiger die höchste Stelle des Berges erkennen kann, bezeichnet es eine Staatsgrenze zwischen zwei Alpenstaaten oder hat es auch eine christlich-symbolische Bedeutung?

Angriffe auf die Gipfelkreuze der Alpen

Die sog „Freidenker-Vereinigung“ der Schweiz forderte 2010, dass alle christlichen Kreuz-Symbole, die sich auf den Bergen befinden, beseitigt werden sollten. Reinhold Messner, der bekannte Bergsteiger aus Südtirol, gab sich gemäßigt. Er war für die Erhaltung der bestehenden Kreuze, jedoch gegen die Errichtung neuer. Jedoch häufen sich in letzter Zeit die zerstörende Angriffe auf Gipfelkreuze. Der Künstler Christian Meyer errichtete sogar einen Halbmond auf einem der Alpenberge. Musste sein Werk jedoch anschließend wieder entfernen.

Eine theologische Deutung

Die Berge der europäischen Alpen sind wie die meisten Erhebungen unseres Planeten sehr unregelmäßig gestaltet. Dadurch sind auch die Wege zur Spitze recht verschieden. Die einen gestalten sich sehr schwierig. Sie erwarten vom Bergsteiger besondere Fähigkeiten und äußerste Anstrengung. Andere erfordern weniger Kraft, sind dafür aber länger. Dennoch ist das Ziel aller Wege dasselbe. Ähnlich ist es mit dem christlichen Glauben. Jeder Christ möchte das ewige Leben beim Schöpfer erlangen. Doch die Wege dahin sind verschieden. Der eine geht seit seinen Kindertagen schnurstracks nach oben. Ihm scheint alles zu gelingt, beruflich wie auch glaubensmäßig. Ein andere stürzt zwischenzeitlich ab und hängt in den Seilen. Er muss wieder hochgezogen werden, buchstäblich an Seilen, im übertragenem Sinne durch seelsorgerliche Betreuung. Einer überwindet den kurzen, steilen Hang bis zum Ziel in einer Stunde, der andere benötigt mehrere Stunden für den Aufstieg zum Kreuz. Ganz ähnlich gestalten sich die Lebenswege zum errettenden Glauben. Einer findet ihn schnell, der andere benötigt fast ein ganzes Leben dafür. Die Hauptsache aber ist, dass alle ihn finden mögen.
Vom Gipfelkreuz aus erhält jeder Bergsteiger einen Überblick über die umgebenden Täler,erkennt ihre Verbindungswege. Im übertragenem Sinne bedeutet es, dass Christen Zusammenhänge auf dem Gebiet der Wissenschaften besser erkennen als Atheisten und Nihilisten. Daher ist es kein Zufall, dass die bedeutenden naturwissenschaftlichen Erkenntnisse in christlich geprägten Ländern entstanden.

28.09.2021 Kk

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