Adam und Christus

Zwei Theologen unterhalten sich über die christliche Rechtfertigungslehre. Der eine ist Fundamentalist(F), der andere Modernist(M).

F: Im 1.Korinther 15 steht geschrieben: „20 Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten als Erstling unter denen, die entschlafen sind. 21 Denn da durch „einen“Menschen der Tod gekommen ist, so kommt auch durch „einen“ Menschen die Auferstehung der Toten. 22 Denn wie sie in Adam alle sterben, so werden sie in Christus alle lebendig gemacht werden.“


M: Adam ist eine mythische Person. Seine Geschichte ist dem Gilgamesch Epos der Babylonier entnommen. Daher ist auch dort vom Euphrat die Rede.


F: Aber im 1. Mose 2,7 lesen wir: „Da machte Gott der HERR den Menschen aus Erde vom Acker und blies ihm den Odem des Lebens in seine Nase. Und so ward der Mensch ein lebendiges Wesen.“


M: Nun, Abraham kam aus dem heutigen Irak, eben aus dem Flußtal von Euphrat und Tigris. Außerdem waren dort die Juden in der babylonischen Gefangenschaft gewesen.


F: Aber das Gilgamesch-Epos beschreibt doch das Verhältnis eines Menschenpaares zu den Göttern der dort lebenden Heiden.


M: Nun die Juden schrieben dieses Epos einfach um. Aus einer polytheistischen Geschichte entstand so eine monotheistische.


F: Vielleicht war es ja umgekehrt. Die Geschichte über Adam und Eva stammt von den Juden und wurde durch sie ins Zweistromland gebracht.


M: Leider war es nicht so. Es gab einen sog . „Babel-Bibel-Streit“ unter den Theologen. Die einen behaupteten, die Babylonier hätten den Bericht von den Juden übernommen, die anderen meinten die babylonische Version sei die ältere.


F: Wurde der Streit entschieden?


M: Ja, eindeutig! Die heidnische Version ist die ältere von beiden. Der Babel-Bibel-Streit wurde damit entschieden.


F: Im Römerbrief Kapitel 5, 12 heißt es: „Derhalben, wie durch einen Menschen die Sünde ist gekommen in die Welt und der Tod durch die Sünde, und ist also der Tod zu allen Menschen hindurchgedrungen, dieweil sie alle gesündigt haben!“


M: Ist sie wirklich nur durch einen Menschen in die Welt gekommen?


F: Im Römerbrief Kapitel 5,18 heißt es: „Wie nun durch eines Sünde die Verdammnis über alle Menschen gekommen ist, also ist auch durch eines Gerechtigkeit die Rechtfertigung des Lebens über alle Menschen gekommen.“


M: Haben nicht schon Tiere und Frühmenschen vor Adam gesündigt. War nicht der Tod von Anfang an in der Schöpfung präsent?


F: Wenn das so ist, dann fällt die gesammte Rechtfertigungslehre des Paulus in sich zusammen!


M: Das kann man so nicht sagen!


F: Was bleibt denn von ihr übrig?


Modernist: Lesen wir einmal Lukas 3,21 und 22: Und es begab sich, als alles Volk sich taufen ließ und Jesus auch getauft worden war und betete, da tat sich der Himmel auf, und der Heilige Geist fuhr hernieder auf ihn in leiblicher Gestalt wie eine Taube, und eine Stimme kam aus dem Himmel: Du bist mein lieber Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen.“ Im Gegensatz zu Christus wird dem Adam nicht der Heilige Geist zugesprochen. Adams menschliche Vollkommenheit reichte nicht aus, um ihn vor der Verführung zum Bösen zu bewahren. Er wurde verführt und verlor seine Verbindung zu Gott und damit auch die Verbindung zum Leben. Adam ist ein Sinnbild für den verlorenen Menschen. Christus besaß auch den lebendigen Odem, ansonsten hätte sein irdisches Leben keinen Anfang gehabt, doch er erhielt außerdem bei seiner Taufe den Heiligen Geist. Mit ihm überwand er den Satan und gelangte zur Auferstehung des Ewigen Lebens. Mit Hilfe dieses Geistes können auch wir den Bösen überwinden und werden zum Ewigen Leben auferstehen. Wir empfangen ihn durch den Glauben und bewahren ihn in unseren Herzen durch das Wort Gottes, welches wir regelmäßig lesen und hören. Es ist nicht von Bedeutung, ob Adam wirklich gelebt hat oder nicht, weil es Paulus auf die Beschreibung zweier verschiedener Lebenszustände ankommt. Der Zustand „in Adam“ bezeichnet ein irdisches Leben ohne Geist Gottes, „in Christus sein“ hingegen kennzeichnet ein Leben unter der Leitung des Heiligen Geistes. Wir alle sind von Natur aus „in Adam“, doch unser ewiges Legen erhalten wir durch Christus. Deshalb ermuntert der Apostel in seinen Briefen die Mitglieder der Gemeinden, „in Christo“ zu leben. Wie sich das gestaltet, beschreiben Evangelisten und Apostel im NT der Bibel.

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