Geistesgabe oder Recherche

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Geistesgaben in der Gemeinde

Matthäus 16,17: Petri Beurteilung Jesu - Jesu Lob;
Markus 8,33: Petri falschen Rat - Jesu Tadel; Christen, die sich nicht kennen, möchten einander kennenlernen. Außerdem möchten sie Menschen einschätzen können, welche nicht zu ihrer Glaubensgemeinschaft gehören. Es ist klar, dass hier keine Schulnoten gefragt sind, schließlich geht es ja um moralische Qualifizierungen, die auch mit Führungsnoten wie häuslicher Fleiß und Pünktlichkeit nicht hinreichend beschrieben werden können. Aber jeder möchte doch wissen, woher sein Gegenüber kommt und eben auch, wessen Geistes Kind er ist?! Um das herauszufinden, bleibt den meisten Menschen nur das Recherchieren. Man beurteilt aber dann einen Menschen nach seiner Vergangenheit. Damit wird man ihm aber nicht für die Gegenwart gerecht und es ist fraglich, ob man ihm allein damit helfen kann.

Was ist also zu tun?

Im 1. Korinther 12 lesen wir etwas über die sog „Geistesgaben“. Eine davon ist die Gabe „Geister zu unterscheiden“ (Vers 10).
Ein Mensch , der diese Gabe besitzt, unterscheidet nicht "Poltergeister" von "Spukgeistern". Mit Harry Potter hat dieses alles nichts zu tun. Diese Gabe erhält der gläubige Christ, um damit Gott zu dienen. Wie alle anderen Gaben ist auch diese in einer echten christlichen Gemeinschaft zu finden. Außerdem darf jeder Gläubige diese Gabe vom Herrn erbitten. Sie ist jedoch nicht dafür da, um Menschen zu katalogisieren, so wie die Biologen mit Pflanzen und Tieren verfahren. Diese Fähigkeit dient wie jede andere Geistesgabe auch, um Menschen zu helfen. Sie soll einmal die Gemeinde vor verführerischen Einflüssen bewahren, zum anderen aber dient sie auch dazu, den geistigen und moralischen Stand eines Menschen recht einzuschätzen. Die gewonnene Erkenntnis darf nicht dazu führen, ihn zu diffamieren, sondern sie soll Anknüpfungspunkte für ein Gespräch finden, das diesen Menschen im Glauben weiterhelfen kann. So jedenfalls verfuhr Christus mit seinem Jünger Petrus. Als Letzterer als Einziger ihn als Gottes Sohn erkannt hatte, lobte er Petrus. Als dieser später ihn vor dem Gang ans Kreuz bewahren wollte, wurde er von Jesus getadelt.(s.o.) Dennoch war es immer noch derselbe Petrus! Diese Gabe unterscheidet nicht Personen, sondern Geister. In ein und derselben Person können also zu verschiedenen Zeiten durchaus ganz verschiedene Geister bzw. Einstellungen vorherrschen.
Diese Gabe, einen Menschen richtig einzuschätzen, ist wie beim Herrn so auch bei seinen Nachfolgern mit übernatürlichen Fähigkeiten verbunden, die den Gabenträgern meistens gar nicht bewusst sind aber beim Adressaten positive Wirkungen erzielen. Wer die Geistesgabe der Geisterunterscheidung vom Herrn erbittet, sollte sich aber zunächst für eine Aufgabe auf dem christlichen Arbeitsfeld entscheiden: Seelsorge, Krankenbesuche, Jugend- oder Kinderarbeit, Mission oder etwas Ähnliches. Gaben sind nämlich Werzeuge für die Arbeit im "Weinberg des Herrn"! Bei der Vergabe verfährt Gott ganz so wie ein Arbeitgeber.
Der Leiter eines Installationsbetriebes z.B. packt ja nicht einem seiner Arbeiter Werkzeug in die Tasche und rät ihm, sich zu diesem Werkzeug eine Arbeit zu suchen. Nein, er gibt ihm zunächst einen Arbeitsauftrag. Dann stellt er ihm das Werkzeug zur Verfügung, welches er braucht, um diese Arbeit erfolgreich ausführen zu können.
So ist es auch hier: Der Herr Jesus Christus erteilt seinen Nachfolgern eine Aufgabe und rüstet sie dann mit der Gabe aus, welche sie dazu benötigen!

17.01.2012 Kk

Geistesgaben in der Mission

Johannes 1,46-49: Nathanael begegnet Jesus!
Johannes 4,18: Die Samariterin am Jakobsbrunnen begegnet Jesus!
Wenn uns fremde Menschen begegnen, an denen uns etwas gelegen ist, dann versuchen wir, sie richtig einzuschätzen: Zu diesem Zweck fragen wir sie mitunter: „Was hast du in Deinem Leben erreicht, was ist Dir misslungen, usw. …“
Christus ging anders vor. Er holte sich die Informationen über einen Menschen bei seinem himmlischen Vater – und diese waren hochaktuell!
Nathanael, der über Christus abschätzig behauptete, aus Nazareth könne nichts Gutes kommen, nannte er einen echten Israeliten, in dem kein Falsch sei! Auf Nathanaels Frage hin, woher er ihn denn kenne, antwortete der Herr: “Bevor Du zu mir kamst, da sah ich Dich unter dem Feigenbaume sitzen.“ Daraufhin bekehrte sich dieser Israelit. Der Samariterin am Jakobsbrunnen, die ihm glauben lassen wollte, sie habe keinen Mann, sagte er auf den Kopf zu, sie habe fünf Männer gehabt und ihr jetziger Mann sei nicht ihr Ehemann. Auch sie bekehrte sich nach ihrer Bloßstellung!
Was bewegte diese beiden Menschen, Jesus als den Messias anzuerkennen? Sie erkannten seine übernatürlichen Fähigkeiten. Christus konnte ihnen ins Herz schauen, las ihre Gedanken und kannte ihr Leben. Was bedeutet das heute für uns? Man könnte sagen:“Nun, das war der Herr, der Sohn Gottes. Wir können uns nicht mit ihm vergleichen!“ Aber derselbe Gottessohn hat gesagt: “Ich bin bei Euch alle Tage bis zum Weltende.“ – und außerdem: “ Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, wird er euch in alle Wahrheit leiten. Denn er wird nicht aus sich selber reden; sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen.“( Johannes 16,13) Gott ist derselbe geblieben und sein Wirken kann nur durch unsere Trägheit und unseren Ungehorsam in unserem Wirkungskreis gedämpft werden. Weltweit läuft es immer noch mit derselben Brisanz und denselben Wundern ab, wie sie in der Bibel geschildert werden!
Allerdings ist die Frucht dieser Gabe nicht immer eine Bekehrung, mitunter bringt sie dem Evangelisten auch das Martyrium ein. Auch in dieser Angelegenheit ist Jesus Christus dem Missionar ein Vorbild: "Ihr habt den Teufel zum Vater, und nach eures Vaters Gelüste wollt ihr tun. Der ist ein Mörder von Anfang an und steht nicht in der Wahrheit; denn die Wahrheit ist nicht in ihm. Wenn er Lügen redet, so spricht er aus dem Eigenen; denn er ist ein Lügner und der Vater der Lüge.(Johannes 8,44)" Dieses warf Christus den Schriftgelehrten und Pharisäern vor, die ihn wegen seiner Wohltaten an Armen und Kranken ständig tadelten. Dadurch dass Jesus die jüdischen Geistlichen des Öfteren in dieser und ähnlicher Weise bloßstellte, schuf er die Voraussetzungen für seine Kreuzigung.

07.09.2012 Kk