Gebetserhörung

Zur Startseite

Nathanael

In Johannes 1, 45-51 wird uns die Bekehrung des Nathanael berichtet. Nathanael war ein Großmaul, ein Sprücheklopfer. Als Philippus  ihm von Jesus von Nazareth erzählt, antwortet er: „Was kann aus Nazareth gutes Kommen?“ „Komm und sieh“, antwortet ihm der Philippus. Als der Herr  den Nathanael sieht, lobt er ihn mit den Worten: “Ein echter Israelit, in dem kein Falsch ist.“„Woher kennst Du mich“, fragt Nathanael verwundert. „Ehe Philippus dich rief, als du unter dem Feigenbaume warst, sah ich dich!“ Diese Antwort überzeugt den Skeptiker, denn unter dem Baum war er offensichtlich allein gewesen. Nur Gott konnte das kennen, was ihm dort durch den Kopf gegangen war! Ob Nathanael unter dem Baum gebetet oder nur nachgedacht hat, das alles wird uns nicht überliefert. Jedenfalls kannte Jesus seine Gedanken, denn auf diese Kenntnis hin fällte er das Urteil: "Ein echter Israelit, in dem kein Falsch ist!" Auf seine Überzeugung, dass nur Gott ins Verborgene schauen und hören kann, gründet anschließend Nathanael das Urteil: "Du bist der Sohn Gottes, du bist der König Israels."

Die Samariterin

In Johannes 4,7-19 wird uns die Bekehrung der Samariterin geschildert. Diese Bekehrung verläuft etwas anders als bei Nathanael. „Gib mir zu trinken“, sagt Jesus zu ihr. Sie ist verwundert, weil jüdische Männer mit Samaritern keinen Kontakt pflegen. Auf die Aufforderung, ihren Mann zu holen, antwortet sie:   „Ich habe keinen Mann!“ Das ist zwar nicht gelogen, stellt aber ihr Verhältnis zu Männern falsch da! Man könnte sie auf  diese Aussage hin auch als keusche Jungfrau ansehen. Das war sie aber nicht! Und der Herr sagt es ihr: „Fünf Männer hast Du gehabt und der, den du jetzt hast, ist nicht Dein Mann!“ (Vers 18) Die Frau weiß, dass Jesus dieses Wissen nicht von Menschen erfahren haben kann, denn  Juden und Samariter sprechen nur in Ausnahmefällen miteinander. Wie sollte dieser Jude sich zuvor über sie erkundigt haben? Wie schon zuvor Nathanael erkennt auch diese Frau die übernatürliche Gabe des Herrn. Sie akzeptiert ihn daraufhin als Propheten und später sogar als Messias.

Wie versuchen wir, den Leuten zu helfen?

Viele versuchen zu recherchieren. Sie fragen und fragen, um herauszufinden, wo dem Ungläubigen der „Schuh drückt“. Aber selbst dann, wenn der Ungläubige  ihnen im juristischem Sinne die Wahrheit erzählt, so wie die Samariterin gegenüber Christus es tat, so enthalten diese Darstellungen doch nur subjektiv  geprägte Sichtweisen, die den „Inquisitor“ in die Irre führen können.
Es ist klar, dass wir in der Regel nicht über hellseherische Fähigkeiten verfügen wie  Christus. Dennoch ist uns der Beistand des Geistes unseres Herrn versprochen. Wir können ihn für jede Situation erbitten! Dazu ein Beispiel:
Nach einer OP befand ich mich auf der Intensivstation eines Klinikums. Neben mir lag ein 84-jähriger Mann, der gerade seine zweite Hüftoperation überstanden hatte. Nennen wir ihn „Herr Meyer“.  Immer dann, wenn die Krankenschwester ihn zum Waschen morgens umdrehen wollte, dann schrie er auf: „Seien Sie doch vorsichtig! Ich habe Schmerzen! So geht das doch nicht usw. “ Sowohl der Patient als auch die Krankenschwester, die ihn jeden Morgen betreuen musste, taten mir leid. Doch wie konnte ich die für alle Beteiligten unerträgliche Situation ändern? Nach einen kurzem, stillem Gebet zum Herrn versuchte ich Herrn Meyer klarzumachen, dass die Schwester doch ihr Bestes gebe. Er möge ihr doch die Arbeit nicht zu schwer werden lassen. Das sah er auch ein, klagte aber jetzt über sein eigenes schweres Schicksal. Er tat mir sehr leid. Ich wusste aber nicht, wie ich ihm helfen könnte. Still betete ich weiter!  Da kam mir der Gedanke, ihm ein lautes, gemeinsames Gebet anzubieten. Er nahm an. Wir baten gemeinsam um Gottes Hilfe. Am Schluss sagten wir beide laut „Amen“. Am nächsten Tage ließ Herr Meyer die Körperwäsche geduldig über sich ergehen. Auch sein negatives Reden über das Pflegepersonal unterließ er. Dann wurde ich wieder in mein Patientenzimmer zurückverlegt. Dort sah ich einen Beitrag der Krankenhausseelsorge, aus dem ich entnehmen konnte, dass ich im Falle des Herrn Meyer vollkommen richtig gehandelt hatte. Dabei bin ich doch ein Laie, was diese Art von Seelsorge betrifft. Aber ich habe die helfende Hand Gottes kennengelernt, die er uns ausstreckt, wenn wir bereit sind anderen zu helfen.

Was mir mein Gott will geben
für dieses kurze Leben,
das brauch ich nicht erstreben.
Es wird, wenn er es lenkt,
ganz einfach mir geschenkt!

18.03.2014 Kk

Zwei Arten der Erklärung
am Beispiel des Jom-Kippur-Krieges

Im Oktober 1973 fand eine kriegerische Auseinandersetzung zwischen Syrien und Israel statt. Die Syrer überfielen Israel ohne zuvor eine Kriegserklärung abzugeben. Zu diesem Zeitpunkt feierten die israelischen Soldaten Jom-Kippur. Sie fasteten und beteten, als die Syrer angriffen. Normalerweise wären sie überrumpelt worden. Doch plötzlich drehten die Flugzeuge der Syrer ab und ihre Panzer hielten vor den Golanhöhen an. Israel konnte daher seine Truppen mobilisieren und den folgenden Angriff des syrischen Militärs zurückschlagen.

Wer hatte die Syrer aufgehalten und wie geschah es?

Mir wurden damals zwei verschiedene Gründe bekannt, die das Stocken des syrischen Angriffs erklärten. Der erste stammte von einem israelischen Soldaten: Er sah eine Hand aus dem Himmel hervorkommen, welche die Syrer zurückhielt. Die zweite Erklärung hingegen kam von einem israelischen Offizier: Er erzählte, dass die Israelis eine alte Flugabwehrkanone aus dem 2.Weltkrieg an einer Stelle der Golanhöhen aufgestellt haben. Sie bestand aus einer kleinen Kanone und einer Sitzgelegenheit, auf der früher im Kriegsfalle ein Schütze saß. Den benötigte das israelische Militär aber dieses Mal gar nicht mehr, weil die Kanone mit Hilfe eines kleinen Computers automatisch betätigt wurde. Sie drehte sich und schoss blind in den Himmel. Sie hat wohl keinen syrischen Jäger getroffen, einen Bomber wohl auch nicht. Jedoch sahen die Piloten der syrischen Luftwaffe, dass eine FLAK-Kanone ohne Schütze feuerte. – Es wurde ihnen unheimlich! Daher drehten sie ab und die von ihnen informierten Panzerführer hielten ihre Kampfwagen an. In der Zwischenzeit mobilisierte Israel sein Militär und konnte rechtzeitig den Angriff der Syrer abwehren.

Wer hatte nun die richtige Erklärung?

Sowohl der Soldat wie auch der Offizier waren gläubige Juden. Aber sie erklärten das Wunder der Bewahrung ihres Volkes auf ganz verschiedene Art und Weise. Hätte nicht eine der beiden Erklärungen ausgereicht? Nun, hier begegnet uns ein ganz bekanntes Problem, das gerade beim Erklären eines Wunders auftritt, nämlich die Verschiedenheit der Menschen, ihre unterschiedliche Herkunft, Bildung und Erfahrung, kurz ihre verschiedenen Biographien. Da ist der einfache Soldat, der fundamentalistisch denkt. Für ihn hat auch Gott den ersten Menschen mit seinen Händen aus Lehm geformt und dann mit seinem eigenen Munde diesem den lebendig machenden Odem eingeblasen. Jetzt hat er seine Hände dazu benutzt, um die Syrer zurück zu halten. Und da haben wir den gebildeten Offizier, der immer nach einer wissenschaftlichen Erklärung Ausschau hält. Für diese Betrachtungsweise wurde er ausgebildet. Für ihn ist die Abwehr des Feindes auch ein Wunder gewesen – nur ein anderes. Er wird sich sicherlich darüber gewundert haben, dass die Syrer auf den Trick reingefallen sind, den Gott seiner Abteilung eingegeben hatte.
Diese eine Geschichte über zwei grundverschiedene Erklärungsmuster ist symptomatisch für viele andere Erklärungsversuche, die wir in der Theologie vorfinden. Dazu wurde schon oben die Schöpfungsgeschichte des ersten Menschen „Adam“ genannt. Fundamentalisten sehen hier wieder die Hand Gottes, die Adam erschuf.

Evolutionswissenschaftlern ist diese Schöpfungsauffassung zu handwerklich und zu wenig wissenschaftskonform. Sie suchen eine andere Erklärung, indem sie Gene bei der Zellteilung unter dem Mikroskop beobachten. Gott selbst können sie dort nicht sehen, weil er sich einfach nicht unter ihr Mikroskop legen lässt. Aber vielleicht hoffen sie heraus zu finden, welcher Erbsprung den Affen zum Menschen macht. Doch solange ihnen dieses nicht gelungen ist, sollten wir uns lieber an den Schöpfungsbericht der Bibel halten.

Immerhin können wir aus der Adam-Eva-Geschichte vieles entnehmen, was im Zusammenleben mit unseren Mitmenschen hilfreich sein kann.

17.03.2019 Kk