Andreas

Zur Startseite

In den christlichen Gemeinden, landaus, landab, gibt es viele Selbstdarsteller, die mit Applaus bedacht werden. Zu denen gehörte Andreas nicht.

  1. Das Leiten einer Bibelstunde lag ihm nicht. Er konnte weder ein Instrument spielen, noch konnte er singen.
  2. Als recht korpulenter  Herr tat er sich auch in seinem Beruf als Bauhelfer  schwer. Die Mischmaschine, welche er mit drei Eimer Sand und einem Eimer Zement füllen sollte, versorgte er mit drei Eimer Zement, auf die ein Eimer Sand kam – und das über längere Zeit. Es erfolgte der Rauswurf.  Ein anderes Mal  betrat er eine Holzbohle, welche durch Bausteine unterstützt wurde. Leider trat er auf einen Überhang – und die Bohle schlug ihm vor den Kopf. Drei Wochen Arbeitsausfall wegen Krankheit folgten, danach die Kündigung.
  3. Dennoch war Andreas ein ganz treues Gotteskind und besuchte zeitweise ganz regelmäßig unseren Hauskreis. Dort kam ihm eines Tages eine Idee: „Lasst uns einmal im Altersheim singen!“Mir stockte der Atem, aber ich wagte nicht zu widersprechen.
  4. Wir fuhren ins Altenheim einer Kleinstadt, in der man weder Andreas noch uns andre kennen konnte. Ich nahm meine Gitarre mit und auf ging es. Meiner Meinung nach war der anschließende Gesang schauderhaft!
  5. Aber nun geschah das für mich damals Unbegreifliche: Die älteren Damen stürzten nach dem Gesang auf uns Sänger zu und bedankten sich übermäßig herzlich. Besonders dem Andreas reichten sie ihre Hände mit besonders herzlicher Danksagung.

Es müssen die Engel mitgesungen haben! Eines ist mir damals ganz klar geworden. Nicht die künstlerische Begabung ist entscheidend im Dienst am Nächsten sondern  Glaube und Liebe. Wenn die im Herzen eines Menschen wirken, dann wirken sie auch in den Herzen der Beschenkten. Damals kam mir das Bibelwort aus 1.Samuel 16,7 in den Sinn: „Aber der HERR sprach zu Samuel: Sieh nicht an sein Aussehen und seinen hohen Wuchs; ich habe ihn verworfen. Denn nicht sieht der HERR auf das, worauf ein Mensch sieht. Ein Mensch sieht, was vor Augen ist; der HERR aber sieht das Herz an.“

12.10.13 Kk