Klinikgeschichten

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Gespräch mit Herrn K

Herr K bezeichnet sich selbst als Atheist und Agnostiker. Seine Mutter lehnt jegliche Religion ab. Er betreibt mit seiner Frau eine Gastwirtschaft, hat eine Tochter. Ich beginne ein Gespräch mit ihm.

  1. Meinen Bericht über „Es ging ihm die Sonne auf“ fand er gelungen.
  2. Allerdings störte ihn, dass ich oftmals Kleinigkeiten beanstande. So z.B. das „Teu, Teu, Teu“ des Arztes.
  3. Auch solle ich nicht verallgemeinern, wie z.B. in den Redewendungen „man muss…“ oder „man sollte…“. Besser sei es, folgendermaßen zu argumentieren: „ich meine…“ oder „ich habe erfahren…“.

Ich stellte fest, dass persönliche Erfahrungen mit dem Jenseitigen bei ihm gut ankommen, wenn man diese mit einer inneren Anteilnahme ehrlich vorträgt.

Es ging ihm die Sonne auf!

Im Buch der Genesis des AT lesen wir im Kapitel 32,24-32 eine Beschreibung des Kampfes des Patriarchen Jakob mit einem Engel. Am Ende des Ringens heißt es: „Und ihm ging die Sonne auf!“
Als ich aus meiner OP-Narkose aufgewacht war, bemerkte ich, dass draußen Schnee gefallen war. Obwohl wir schon den 22. Januar erreicht hatten, war es der erste. Man hörte draußen den Schneeflug fahren. Doch schon am nächsten Tage begann es zu regnen. Da nach meiner OP nun alles anders werden würde und zwar zu meinem Nachteil, bereitete der Witterungsumschwung meinem Gemüte weitere Schwierigkeiten. Des Nachts  schlief ich schlecht, mitunter auch gar nicht!
Doch dann kam eine Schönwetterperiode. Sie begann damit, dass eines Morgens über dem benachbarten Gebirgszug die Sonne aufging. Zunächst erblickte man ihren Rand, dann ihre obere Hälfte und schließlich erschien sie in ihrer vollen Größe.  Je vollständiger sie erschien, desto heller wurde ihr Licht.
Wie schön, dass sie am Morgen viel größer erscheint als am Mittag, wenn sie im Zenit steht. Außerdem kann man am Morgen direkt in sie hineinschauen, ohne sich die Augen zu verderben. Ist das Zufall oder Gottes Fügung? Mir hat es jedenfalls geholfen, wieder fröhlich zu werden:  Mir ging buchstäblich die Sonne auf wie einst dem Jakob.
Jakob hinkte nach seinem Kampf am Bache. Auch ich werde in Zukunft ein Krüppel sein. – Doch Gottes einmal gegebene Verheißungen bleiben, denn Jahwe bleibt sich selber treu, auch dann, wenn wir untreu werden. (2.Timotheus 2,13: Sind wir untreu, so bleibt er doch treu; denn er kann sich selbst nicht verleugnen).

24.01.2014 Kk

Wie Christen sich begrüßen sollten!

Vor etwa zwei Jahrzehnten besuchte unsere christliche Gemeinde ein Missionar, der mit dem Flugzeug aus den USA gekommen war. Er berichtete von einer Frau, der er auf der Reise gegenüber gesessen hatte. Sie erschien ihn abgemagert. Als er sich nach ihrem Befinden erkundigte, erfuhr er von dieser Frau, dass sie eine Satanistin sei und faste, damit christliche Ehen zerstört werden mögen. - Satan ist der Affe Gottes und möchte, dass auch er selbst durch Bekennen, Beten und Fasten Verehrung erfährt. Aber seine Absicht besteht darin, Zerstörung anzurichten.
Nicht immer gelingt es dem Gegenspieler Gottes, solch eine Verehrerin bzw. einen Verehrer zu finden wie in diesem Falle. Mitunter begnügt er sich damit, Menschen zu finden, die ihn bedenkenlos anrufen.
Nachdem ein Krebspatient Mitte Dezember 2013 mit seinem Operateur über seine anstehende OP gesprochen hatte, verabschiedete sich Letzterer mit den Worten: „Teu, Teu, Teu!“ Mit diesem Gruß sprachen sich auch unsere heidnischen Vorfahren Mut zu. Sie riefen damit ihren  Gott „Teut“ an. Der Reformator Martin Luther verwendete diesen Begriff in seiner Bibelübersetzung als Bezeichnung für den Satan, den er „Teufel“  nannte.
Als der Patient zum OP-Termin in Januar 2014 abermals mit seinem Arzt sprach, wiederholte sich dieser Dialog. Aber auch bei der ersten Visite nach der OP wurde der Herr Doktor wieder rückfällig, gab aber zu, dass es sich bei seinem Ausdruck „um eine dumme Gewohnheit“ handle. Dann beantwortete er den vorgeschlagenen Segenswunsch:„Gott segne ihre Gedanken und ihre Hände“ mit dem Gruß: „Gott segne sie!“
Am Donnerstag, den 30.01.14, kam der Herr Operateur noch einmal bei seinem Patienten vorbei, vorerst zum letzten Male, da er übers WE beruflich bedingt in einer anderen Stadt sein musste. Zum Abschied sagte er noch: „Toi, Toi, Toi!“  - lachte aber kurz darauf. Dabei begann der erfolgreich Operierte ebenfalls zu lachen. Dann aber fasste der Arzt den Oberarm des Genesenen ganz herzlich, während er außerdem dessen rechte Hand hielt.  „Nein“, meinte er, „Gott segne Sie!“
Die Redewendung „Toi, Toi, Toi“ scheint mittlerweile zu einer Modeerscheinung zu werden. Man hört sie an den verschiedensten Orten. Sie wird nachgeahmt ähnlich dem Gruße „Tschüss“, der in kurzer Zeit unser „auf Wiedersehen“ ersetzte.
Aussprüche, die gedankenlos ausgegeben werden, sollten wir zwar nicht überbewerten – aber auch nicht ignorieren. Mit "Teu" verehren wir auf keinen Fall den Gott der Christen! Diesen Letzteren dürften wir aber durchaus Ehre erweisen, nachdem wir ihm so Vieles zu verdanken haben. Die christlichen Länder Europas besitzen u.a. die beste Krankenversorgung auf dieser Erde und das hat sicherlich auch mit dem Christentum zu tun!

Hiob und der Satan

Fortbewegung in modernen Kliniken

Kliniken werden immer größer. Um alle medizinischen Fachabteilungen unterbringen zu können, wird hoch oder auf breiter Grundfläche gebaut oder eben hoch und breit zugleich. Wie dem auch sei: Die Transportwege werden immer länger und der Transport  immer zeitaufwendiger oder teurer.

Da stellt sich die Frage: „Wie kann man die Transportwege zeit- und kostensparend zurücklegen?“
Betrachten wir zunächst den Personaltransport. Bei den Patienten wird man sich schon Zeit lassen müssen. Doch für die jungen und gesunden Ärztinnen und Ärzten hat man sich schon etwas einfallen lassen. Manche von ihnen benutzen auf den Krankenhausfluren das Fahrrad, welches  in einer Klinik in München tatsächlich im Gebrauch sein soll, wie mir erzählt wurde. Im Wesling-Klinikum-Minden ist der Gebrauch eines Fahrrades  allerdings verboten, wie es eine unübersehbare Tafel unmissverständlich verkündet. Aber ein Arzt auf einem Kinderroller und ein anderer auf einem Tretroller sind mir dort schon begegnet.
Für den Personaltransport sind diese Verkehrsmittel durchaus  ausreichend. Aber  wie kann der Materialtransport rationalisiert werden?  Es ist z.B. nicht effektiv, einen Pfleger eine Stunde lang für einen Wäschetransport frei zu stellen. Daher verwendet man in diesem Falle einen Transportroboter. Das ist ein kompakter Quader von etwa 0,5m Höhe, 1m Breite und 2m Länge, der mit Elektronik vollgepackt ist. Er findet seinen Weg mit Hilfe von Lasern und wahrscheinlich auch mit Hilfe eines GPS-Systems. Außerdem kann er sprechen. Dem ersten dieser Art begegnete ich im November 2013 im Mindener Wesling-Klinikum und zwar auf die folgende Art und Weise: Ich kam an einem Fahrstuhl vorbei, als dieser sich gerade öffnete. Heraus fuhr ein hoher Wäschecontainer, den allerdings niemand schob. Zunächst war ich versucht, an eine Sehstörung meinerseits zu glauben, die nach Operationen durchaus auftreten kann. Doch das lustige Blinken von Laserstrahlen überzeugte mich davon, dass hier eine neue Transportart im Einsatz war. Nennen wir den kleinen elektronischen Transporter einmal „Robby“.
Anderen Tages kam mir auf dem Flur ein anderer beladener Roboter entgegen. Er blieb vor einem Fahrstuhl stehen, drehte sich um 90°, so dass er direkt vor dem Fahrstuhl stand. Die Tür des Fahrstuhles ging auf, Robby  fuhr ein und bevor die Tür wieder schloss, verkündete er immer wieder: „Dieses ist ein Materialtransport. Verlassen Sie bitte den Fahrstuhl!“ Doch im Fahrstuhl war niemand außer Robby!
Noch lustiger wurde es, als ich einen  nicht beladenen elektronischen Lastenträger einige Meter vor einem Fahrstuhl erblickte. Er stand da nur rum, als sei er nicht abgeholt worden.  Kurze Zeit später ging wieder die Fahrstuhltür auf und ein mit Wäsche beladener Transportzwerg fuhr heraus, direkt hinter den herumstehenden Robby. Dort blieb er stehen. Zehn Minuten lang tönte er: „Gehen Sie bitte aus dem Weg …. Gehen Sie bitte aus dem Weg!“
Als ich später noch einmal nachschaute, da tönte er noch immer auf diese Art und Weise.  Später berichtete ich einer Verwaltungsangestellten von diesem Vorfall. Da erzählte sie mir: „Ich habe einen Roboter vor einer Wand stehen sehen. Der sagte dasselbe und hörte auch nicht von selber auf!“
Die Entwicklung von Transportrobotern wird sicherlich noch nicht abgeschlossen sein. Auf jeden Fall ist die Technik verbesserungsbedürftig. Vielleicht wird man eines Tages einen Reparatur-Roboter vom Schlage des R2D2 aus dem Film „Krieg der Sterne“ entwickeln können, welcher technische Pannen beheben kann.  Bis dahin wird man sich im Klinikum an das monotone: „Diese ist ein Materialtransport. Verlassen Sie bitte den Fahrstuhl“ oder „Gehen Sie bitte aus dem Weg“ gewöhnen müssen.

 21.03.2014 Kk