Marienkirche in Oldendorf

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Marienkirche in Oldendorf

Fährt man die A30 von der Auffahrt Hiddenhausen Richtung Osnabrück und verlässt sie in Melle-West, so führt die nördliche Route direkt an den Meller Bergen vorbei. Dort wo die Straße in eine steile Serpentine übergeht, welche über die Hochebene von Oberholsten nach Bad Essen führt, gerät man auf eine Kreuzung. Biegt man rechts ab, dann erkennt man zunächst zur Rechten einem Adelshof in Form einer Wasserburg. Einige Minuten später erreicht man ein Dorf namens "Oldendorf". In unserer näheren Umgebung gibt es mehrere Därfer namens "Oldendorf", was so viel wie "dorb dat old is" oder hochdeutsch "altes Dorf " heißt. So befindet sich auch hier im Kreise Melle im niedersächsischem Landkreis Osnabrück solch ein Dorf. Wenn ein Dorf alt ist, dann ist es auch meistens die Dorfkirche. So auch hier. Die Marienkirche besitzt einen Vorgängerbau aus dem 9.Jahrhundert, der noch heute als Sakristei ein Anbau der später erbauten Kirche ist. Er besitzt ein Tonnengewölbe wie man es auch in der Bünder Laurentiuskirche im unteren Teil ihres Turmes findet. Tonnengewölbe waren typisch für die ersten Kirchen in unserer Region. Der Altar der Kirche wurde Mitte des 16.Jahrhunderts geschnitzt. Nur wenige Figuren entstanden einzeln. Ihr größerer Teil entstand aus einem einzigen Baumstamm. Auch die Kanzel, die während des 30-jährigen Krieges von einem deutschen Adligen gestiftet wurde, ist ein wahres Kunstwerk, ebenso die kostbare Orgel. Alte Malereien und Fresken wurden sowohl in der Sakristei als auch im Hauptschiff und den Nebenschiffen der Kirche freigelegt. Sie entstammen dem frühen Mittelalter. Das Luthergemälde mit Schwan zeigt an, dass wir uns in einer lutherischen Kirche befinden. Der Schwan soll an den Ausspruch des böhmischen Reformators Johann Huss erinnern, der, als er in Konstanz 1415 auf dem Scheiterhaufen im Feuer stand, ausrief: "Heute bratet ihr eine Ente (Ente dtsch. = Huss tschech.), doch morgen werdet ihr nicht verhindern können, dass ein Schwan singt!" Dass hier schon im fr�hen 9.Jahrhundert eine christliche Kirche stand, ist gar nicht verwunderlich. Immerhin liegt ganz in der Nähe in den Meller Bergen die Burg Dietrichs, Graf des Grönegaus. Er war ein Ur-Ur-Ur...Enkel des Sachsenherzogs Widukind. Dietrichs Tochter Mathilde, die im Stift Herford ihre Jugend verbrachte, wurde später die Frau des ersten deutschen Königs aus sächsischem Adel, die Frau von Heinrich I.

02.10.2017 Kk