Menschliches

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Lied der Straße

Es singen die Reifen auf dem Asphalt
mir stetig das Lied der Straßen:
"Mache an keiner Taverne mehr Halt
und fahr` nicht in dunkle Gassen!"

Es flüstert mir leise vom würdigen Schauen
hinein in Feld und Wald,
von Tieren, Seen, Flüssen und Auen,
vom Echo, das wiederhallt.

Es warnt mich vor leichten Frauen,
die an den Straßen stehen:
"Ihnen darfst Du auf keinem Falle traun,
sonst wirst Du zugrunde gehen!"

27.08.2007 Kk

 

Größenwahn

Zum Mars wollen wir bald fliegen.
Daher müssen wir auch siegen
nach ungerechten Kriegen
und unverschämten Lügen.

Diese Reise kostet Geld,
welches wir allein erhalten
durch die Schätze dieser Welt,
wenn wir sie allein verwalten.

Reicht denn nicht der helle Mond,
der am Himmel oben thront?
Der ferne Mars, er ist rot
und bringt nur den Tod!

Kk

 

Der Pup

Er sollte doch nur leis' entweichen,
unerhört davon sich schleichen.
Auch hat man sich mit viel Bedacht
durchaus redlich Müh' gemacht.

Doch, wie es oftmals ist im Leben
war vergeblich alles Streben.
Da hat es trotzdem "Pup" gemacht
und alle haben leis' gelacht!

05.01.2013 Kk

 

Der Backenzahn

Der Backenzahn kriegt eine Krone,
damit man ihm den Biss belohne.
Doch bevor er brummt und bebt,
wird geprüft, ob er noch lebt.

Doch der Nerv, er regt sich
bei hundert Volt, versteht sich!
Man hört noch einen lauten Schrei,
dann ist der schlimmste Schmerz vorbei.

Da sitzt er nun der arme Wicht
und versteht sein Schicksal nicht.
Jetzt bekommt er eine Spritze
unter seine Jägermütze.

Doch die Sache ist nicht leicht,
wenn es dauernd spritzt und pfeift.
Öfters muss der Arme schlucken
und zwischendurch sein Blut ausspucken.

Merken tut er gar nichts mehr,
doch im Kopf da brummt es schwer.
Schließlich sagt der Arzt: Es reicht!
Der arme Mann erholt sich leicht.

Jetzt wird ihm, leicht erblasst,
ein breites Monster eingepasst.
Nun hat er Knete in dem Mund,
die presst sich runter in den Schlund.

Das ganze dann noch ein, zwei Mal
mit Arztkontrollen ohne Zahl.
Dann kommt das Provisorium
und die Restauration ist um.

Doch alles hat sich wohl gelohnt,
weil der Doktor ihn geschont.
Außerdem ist er gewiss,
dass er erhält ein gut Gebiss.

Kk 08.11.2006

 

Menschenschicksal

In uns'ren jungen, hübschen Jahren
sind wir durch die Welt gefahren.
Wo immer wir uns auch bewegten,
eine Schöne uns zu grüßen pflegte.

Schließlich wurden wir dann alt
und ruhig wurd's im Blätterwald.
Die Jungen lehnten uns dann ab!
Doch Alte hielten uns auf Trapp!

Also gabt es niemals Ruh,
gejagt wurden wir immerzu:
Einst von den jungen Schicken,
dann von den alten Dicken!

20.12.2012 Kk

 

Von Südtirol nach Nordtirol

Von Südtirol nach Nordtirol
fuhr ich mit meinem Käfer.
Im Tunnel war die Zollstation
und drinnen saß ein Schläfer.

Als ich den Motor ausgemacht,
zu nächtlich später Stund,
da ist der Zöllner aufgewacht
und bellte wie die Hund.

Später hab ich ohne Hass
mir feste vorgenommen,
dass ich das Halten lieber lass
beim nächsten Wiederkommen.

23.03.2007 Kk

 

Die Deutschen

Das Volk der Dichter, der Denker,
der Bauern, Händler und der Lenker
bauen Häuser, Fabriken und Maschinen,
womit sie eifrig ihrem Staate dienen.

Alle feiern, essen und sie trinken,
schaffen, schwitzen und sie stinken.
Sie erzeugen Kinder und Skandale,
sind innen weich mit rauer Schale.

Man erzählt, sie seien intelligent
und außerdem noch sehr behänd.
Doch ich weiß um sie Bescheid:
Sie schlafen auch die halbe Zeit!

12.11.2007 Kk

 

Erfolglos progressiv

Sie rühmen sich des Fortschritts,
wenn sie ändern die Moral,
Sie machen auch jenes mit,
was später bringet Qual.

Sie streben stets zur Freiheit hin,
die zur Knechtschaft führt,
beharren in dem Eigensinn
immerda stets ungerührt.

Oh, es ist doch eine Qual,
wenn  sie es verstehen nicht,
dass  mit dem Ändern der Moral
auch der Erfolg zusammenbricht.

16.09.2005   Kk

 

Wanderung

Durch den Wald ich einst spazierte,
wobei ich mich total verirrte.
Doch ich nahm es mir nicht krumm,
denn ich kehrte einfach um.
Dabei sah ich wieder in die Weite,
doch diesmal von der and'ren Seite!

31.05.2014

 

Ererbte Gewohnheit

Behäbig liegt er in der Ecke
versteckt, damit ihn keiner wecke.
So schnarchte einst sein Vater schon
und nun macht es sein lieber Sohn
- und es ist derselbe Ton.

Kk 01.12.2005

 

Gebet

Richte meine Sinne völlig aus zu Dir
und was ich beginne, das segne mir.
Möge meine Bitte treffen Deinen Plan,
damit auch meine Schritte finden Deine Bahn.
Lass mich in meinem Danken Deiner nie vergessen.
Bewahre mich vorm Wanken, wenn Böse mich erpressen.

01.06.2014  Kk