Winde und Wasser

Zur Startseite

Musik der Nacht

Verblaßt sind der Wolken weiße Segel,
des Tages Lärmen ist verhalt,
wenn der Wind das leise Zwitschern der Vögel
trägt rauschend durch den Abendwald.

Ich hör' in den Blättern das leise Sausen
des Abendwindes erfrischenden Macht
und des Baches Plätschern und Brausen
als leise Musik dieser Nacht.

Es treten hervor der Bäume Schatten,
so wie das Mondlicht sie entwarf.
Nun fließen sie hernieder auf grüne Matten
und wiegen die Natur in den Schlaf.

SS 1966

Verschwöhrung

Dort stehen sie im stummen Chor,
unheimlich finstere Gesellen.
Der Mond nur scheint ihr Spiel zu kennen,
das grauenvoll dem Nichtgeweihten scheint.

Ein Wind, er zwingt sie jetzt zum Tanze,
der ihre alten Knochen wiegt.
Wie er Haupt zu Haupte schmiegt,
so geht ein Raunen durch die dunklen Bärte.

Im leisen Murmeln der Verschwörung
knacken ihre alten Glieder.
Und kaum vernehmbar sind die Lieder,
mit denen jetzt ihr Reigen endlich schließt.

Beim hellen Glanz der Morgensonne
ist ihr dunkles Spiel verstummt.
Jetzt stehen sie, tief vermummt,
und keiner weiß, was sie zuvor besprochen!

WS 1966/67

Das Lied des Windes

Man sieht den Wind die Bäume föhnen
und hört ihn brausend durch Wipfel tönen.
Wenn sie schwanken und tanzen in seinem Takt,
es manchmal in ihren Ästen knackt.

Durch alle Ritzen pfeift er sein Lied
und heult, wenn er durch die Kammern zieht.
Beim Fortissimo dann die Türen knallen
und Bäume und Hütten zusammenfallen.

Dann ist piano und alles hält still,
weil er es nicht mehr bewegen will.
Wir schätzen die Ruhe, wenn fort er fährt
in die Ferne, zu seinem nächsten Konzert!

10.03.08 Kk

Wind und Regen

Rauschend summt in einer Weide
der Wind sein Sommerlied.
Nach all des Sturmes Wut und Leide
er wieder Blätter wiegt.

All die Blüten er bestäubt
für ein neues Leben,
bevor der Regen niederträuft,
um Wachstum ihm zu geben.

Doch wehe, wenn aus Winde Stürme,
aus Regen Fluten werden!
Dann brechen selbst die stärksten Türme
wie Bäume hier auf Erden!

25.07.07 Kk

Wechselhaft

Stürme, Sonne, Wind und Regen,
Unglück, Glück und Gottes Segen,
daraus besteht des Menschen Leben,
das der Herrgott ihm gegeben.

Viele Tage Sonnenschein
oder wochenlanger Regen,
beides kann doch niemals sein,
wenn wir zufrieden wollen leben.

Darum ist es wechselhaft
das Wetter wie das Menschenleben.
Was uns das Unglück fortgerafft,
wird das Glück uns wiedergeben.

Wie Regen, Wind und Sonne
bringt Wachstum der Natur,
so schaffen Leid und Wonne
der Seele eine gute Kur.

Kk 06.11.2003

Der Fluss

Es treibt der Fluss im weiten Bogen
die Wasser hin zum Meer.
Auf seinem Weg hat er durchzogen
Wald und Feld umher.

Seine Feuchte schenkt dem Baume
immer neue Frucht,
weswegen er an Ufers Saume
des Wassers Nähe sucht.

An ihm rangt wilder Wein empor
sowie des Efeus Blatt.
Der Vogelsang in Baumes Chor
erfreuet Dorf wie Stadt!

Auch der Mensch sucht seine Nähe
auf luftiger Terrasse,
dass er das Spiel des Wassers sähe
und seinen Sinn erfasse!

10.06.2007 Kk

Abendregen

Hörst Du den Regen seinen Rhythmus klopfen?
Vernimmst Du des Windes leise Melodie?
Kennst Du das Lied, das kaum vernehmbar,
er aus der Ferne zu Dir trägt und
das an Dir vorüberklingend
in der Ferne wiederum verhallt?
Weißt Du, was er spielt? 
Weißt Du, was er will?

Gemälde der Wolken

Hier ist es so still und schwül,
kein Lüftchen will sich regen.
oben aber ist die Luft recht kühl
und will sich schnell bewegen.

Der Wind mit toller Kunst
malt wunderschöne Bilder
mit Weiß auf blauem Grund.
Sein Werk wird immer wilder!

Dort liegt ein Baby in den Windeln
und hält sich in dem Bettchen warm.
Mit Phantasie und etwas Schwindel
erkennt man da den Frauenarm.

Dort ein Greis auf einer Bahre
mit dem Kopf ganz ohne Haare.
Doch alles ändert sich geschwind,
denn oben bläst ein starker Wind.

Kk 13.07.06

Ströme

Das Bächlein plätschert jetzt vergnügt
hinunter bis zum Tales Wehr,
wo es hernach im Flusse fließt
zu Gottes und der Menschen Ehr.

Der Sturmwind wiegt die schweren Kronen
auf des hohen Berges Kamm,
bevor er dort , wo Menschen wohnen,
den trägen Fluss begleiten kann.

Dort oben sind sie beide wild
so wie es jeder bestens kann,
im Tale aber doch so mild
wie ein väterlicher Mann.

Sie treiben dort des Müllers Mühlen
zum Wohlergehen der Menschen an,
ersparen dem das schwere Mühen,
der sie allzeit beherrschen kann.

Doch wehe, wenn sie losgelassen,
weil Gottes Hand sie nicht mehr hält,
dann werden sie den Menschen hassen
und zerstören seine Welt.

18.06.05 Kk