Berge

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Der Bergsteiger

Aus tiefer Angst schrei ich zu Dir:
erhör des Herzens Fleh'n!
Mein müder Fuß versaget mir,
den Weg bergan zu gehen.
Ach wäre ich im Tale geblieben,
so hätte ich meine Ruh.
Doch hat der Berg mich bezwungen.
Mein Gott, was mache ich nun?
Es ruhet ohne Rasten
mein Blick auf des Gipfels Hütt,
doch halten der Schultern Lasten
vom hohen Ziel mich zurück.
Ich kann die Ruhe nicht finden
auf diesem schmalen Pfad,
denn wenn die Kräfte schwinden,
so stürze ich hinab.
Doch dann warf ich die Bürde ab
und schleuderte sie ins Tal.
Nun bin ich nicht mehr müd und matt
bin frei von jeder Qual.

Kk

Über dem Tal

Über die Berge möchte ich zieh'n
und niemals durch ein Tal.
Übers Gebirge, da ziehe ich hin,
dort ist der Pfad meiner Wahl.

Dort bin ich geborgen vor listigen Blicken.
Nur Sonne und Sturm und Regen
wird der Schöpfer mitunter mir schicken
auf meinen so herrlichen Wegen.

Von oben seh' ich die fleißigen Leute
fahren und jagen nach Glück.
Ich werde bleiben wie gestern und heute:
Ins Tal zieht mich nichts mehr zurück!

15.12.2006 Kk

Hinauf

Wunderbare Welt der Berge
und der Täler unter ihnen,
Wo die Menschen wie die Zwerge
ihres Weges ziehen.

Wie klein erscheinet doch die Welt
von einem hohen Ort.
Was Menschen dort gefangen hält,
das reißt hier oben keinen fort.

Hier oben bleiben Hass und Streit
der Tiefe ohne Folgen.
Das Auge schweift unendlich weit
über alle Wolken.

09.06.07 Kk

Meine Heimat

Zwischen Bergen wir erkennen
klare Bäche, die sie trennen,
und Tiere, die auf Feldern grasen,
und Männer, die zum Jagen blasen.

Hohe Wälder, tiefe Seen,
grüne Felder, wunderschön.
Warme Winde, die Wolken treiben
über Vögel, die zum Himmel steigen.

In diesem freien Lande stand
einstmals meines Lebens Wiege
und ebenso auch hier ich fand
meine erste Liebe.

Hier hatte ich viel Zeit für Dinge
In  manchem wunderbarem Spiel.
Wenn ich mich jetzt zurückbesinne,
so kommt mir vieles in den Sinn.

Diese Zeiten sind verflossen,
doch der Heimat Schönheit blieb,
Darum hab ich jetzt genossen
deinen Anblick, den ich lieb.

Bei Dir ist alles so geblieben,
wie ich es einstmals sah.
Daher werde ich dich lieben
jetzt und immer da.

Kk 05.10.2004

Einsame Hütte

Von allen meinen Hütten,
gebaut aus Holz und Stein,
kann einzig mich entzücken
mein kleinstes Häuschen mein.

Es hat ein einziges Zimmer
mit einem einzig Bettelein,
in dem ich schlafe immer,
wenn ich ganz allein will sein.

Auf dem Tisch ein Radio
mit Wecker unterm Kerzenschein.
In der Ecke dort ein Klo,
auf dem ich ganz ein Mensch darf sein.

Sonne wecke mich am Morgen
bevor der Wecker schrillt!
Vertreibe all die bösen Sorgen,
wenn es zu handeln gilt!

Draußen behacken schon die Raben
der Bäume reife Frucht,
suchen all die reichen Gaben,
die so ein Vogel sucht.

Wenn ich aus dem Häuschen schreite,
so dann wird Platz gemacht.
Krähen suchen jetzt das Weite,
wie zuvor die Nacht.

09.08.2006 Kk