Einfluss der Emotionen auf das Denken

Zur Startseite

Beispiel Westdeutschland

In der Reha lernte ich eine Frau kennen, die einen sog Zaubertrick vorführte.Sie hatte zwei Karten, die übereinanderlagen. Der Trick bestand darin, dass man die übereinanderliegenden Karten einmal links und einmal rechts aufklappen konnte. Klappte man sie links auf, so wurde der zwischen ihnen liegende Geldschein von zwei parallelen Bändern gehalten, andernfalls von zwei sich kreuzenden. Nach näherer Untersuchung erklärte ich ihr, wie dieser Trick funktionierte. Die Frau war außer sich: „So hat es mir schon mein Neffe erklären wollen! Aber so stimmt das nicht. Das ist nicht erklärbar! Das sind Zauberkarten!“ Es hatte keinen Zweck mit ihr über dieses Thema weiter zu diskutieren. Ihre Emotionen waren zu stark. Sie machten diese Frau taub und blind für eine rationelle Erklärung ihres Tricks.

Beispiel Ostdeutschland

In der "Lippischen Landeszeitung" vom Montag, den 05.01.15, las ich unter der Überschrift "Widerstand gegen neue Pegida-Demos" das Folgende: "Licht aus für Rassisten". Dabei geht es hier gar nicht um Rassismus. Die Pegida-Demonstranten wollen die Islamierung unserer Heimat vermeiden, weil sie vor dem kriminellen Potential radikaler Islamisten Angst haben. Vor Allem fürchten sie um ihre Kinder, die von radikalen Islamisten ihren Eltern entfremdet und von IS-Kriegern für Terror und Krieg mißbraucht werden könnten. - Die Pegida-Bewegung hatte zunächst mit "Rassismus" nichts zu tun, sondern vertrat ein religiöses Anliegen. Das Edikett "Rassismus"wird ihnen angehängt, weil fremdenfeindliche Elemente eingeflossen sind. Diese werden von Gegenern der Bewegung hervorgehoben , weil jeder weiß, dass dieser Begriff in Deutschland stark negativ belastet ist. Auch hier verfälscht die negative Emotion das faire Denken und führt zur Fehleinschätzung der Bewegung.

Man könnte sich jetzt darüber Gedanken machen, warum Pegida besonders im Osten so viel Zustimmung erfährt. - Meine Antwort ist: "Die ehemaligen Bürger der DDR wurden im atheistischen Materialismus erzogen. Religion galt lange Zeit als Opium für das Volk. Diese atheistische Erziehung rächt sich jetzt in der Weise, dass Jugendliche, die in persönliche Schwierigkeiten geraten sind, nun keinen Trost im christlichen Glauben finden können und daher leicht durch rechtsradikale Lehren beeinflussbar sind, da diese ihnen auf ihre Lebensfragen einfache Antworten geben." - Wir sollten dafür eintreten, dass sich immer mehr Pastore und christliche Missionare für die neuen Bundesländer verantwortlich fühlen.

Beispiel Islam

Wer als Christ den Koran liest, kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass dieses Buch unter dem Einfluss starker Emotionen geschrieben wurde.  Allein zwei Textstellen aus dem  Koran nach der deutschen Übersetzung von Adel Theodor Khoury belegen das recht deutlich:

  1. Die Höhle (Sure 18): 1. „Lob sei Gott, der das Buch auf seinen Diener herab gesandt und daran nichts Krummes gemacht hat … 4. Und damit er diejenigen warne die sagen: < Gott hat sich ein Kind genommen.> 5. Sie haben kein richtiges Wissen davon und auch nicht ihre Väter. Es ist ein ungeheuerliches Wort, das aus ihrem Munde herauskommt. Nichts als Lüge sagen sie da.“  Aus diesen Koranversen spricht die Verachtung Mohammeds  gegenüber dem Christentum. Jesus wird nicht als Sohn Gottes anerkannt. Wer das behauptet, wird in diesen Koranversen als Lügner gebrandmarkt.  Dass ein Mohammedaner nicht an die Sohnschaft Christi glauben darf, ist hinreichend bekannt, allein schon durch die Inschrift an der Al Aqsa Moschee in Jerusalem. Doch der aggressive Tonfall gegenüber der christlichen Glaubensgrundlage ist unverkennbar.
  2. Die Parteien (Sure 33): 60. „Wenn die Heuchler und diejenigen, in deren Herzen Krankheit ist, und diejenigen, die beunruhigende Falschmeldungen in der Stadt verbreiten, damit nicht aufhören, werden wir dich bestimmt gegen sie antreiben. Dann werden sie nur noch kurze Zeit in deiner Nachbarschaft darin wohnen. 61. Verflucht sind sie. Wo immer man sie trifft, wird man sie ergreifen und unerbittlich töten.“  - Beim Lesen dieser Verse muss man sich unwillkürlich fragen: „Ist die christliche Botschaft auch eine „Falschmeldung“, deren Verbreiter ein Moslem töten sollte? – Und wer ist mit  „dich“   gemeint? Vielleicht Mohammed selber oder gar seine Nachfolger?

Wer diese von Intoleranz und Hass erfüllten Verse liest, kann nicht um hin, zu vermuten, dass das Denken eines fanatischen Moslems beeinflusst wird von starken Emotionen. Ich weiß nicht, wie die Liebe Gottes, welche uns in Christi angeboten wird, in solch einem Herzen Platz finden könnte. Doch bei Gott ist ja nichts unmöglich!

Beispiel Ukraine-Krise

In der Bildzeitung vom 21.03.15 war unter der Überschrift „Verdächtiges Metall an der Absturzstelle von MH 17 „ folgendes zu lesen: „ Ein niederländischer RTL-Reporter hat  Metallstücke gefunden, die beweisen können, dass die Passagiermaschine MH 17 über der Ost-Ukraine von einer Rakete aus russischer Produktion abgeschossen wurde.“ Es ist also noch gar nicht bewiesen, dass das Metall aus russischer Produktion stammt. Selbst wenn dem so sein sollte, ist es genau so wahrscheinlich, dass das ukrainische Militär die Passagiermaschine abschoss, weil es die in großer Höhe fliegende Maschine für ein russisches Aufklärungsflugzeug hielt. Doch dem Bildzeitungsreporter kam es offenbar darauf an, das Wort „russisch“ zu verwenden als einem deutlichen Hinweis auf den angeblich Schuldigen. (Ganz nebenbei: Wenn sich nun herausstellen sollte, dass diese Metallstücke aus deutscher Produktion stammen, folgern wir dann daraus, dass die Deutschen die Passagiermaschine mit einer V2  abgeschossen haben?)
Lesenswert ist in diesem Zusammenhang das Buch „Russland verstehen“ von Gabriele Krone-Schmalz, erschienen im Verlag C.H.Beck unter der ISBN-Nummer: 978-3-406-67525-6.

Beispiele für Denkfehler im täglichen Leben

Rolf Dobelli hat einen Bestseller geschrieben „Die Kunst des klaren Denkens“.Er spricht von 52 Denkfehlern, die dadurch entstehen, wenn wir uns auf irreführende Gefühle verlassen.
Da ist z.B. die „Verlustaversion“. Wir werten Verluste stärker als Gewinne. Ein altes Sprichwort warnt uns vor Verlust: „Bedenke, was du verlieren kannst und du wirst verschmerzen, was du nicht besitzt.“ Ob das mit der Evolution zusammenhängt, wie Dobelli meint, sei dahingestellt. Klar ist, dass Verlust Existenzängste hervorrufen kann. Was wir haben, das brauchten wir bisher auch. Was wir gewinnen können, das benötigten wir bislang nicht. Daher schmerzt uns zum Beispiel ein Verlust von 100€ mehr als der Gewinn derselben Summe uns erfreuen kann.
Ebenso häufig tritt das „Groupthink“ auf, ein Specialfall von „Social Proof“: Einige Leute wollen eine Neuerung einführen. Sie sind davon begeistert. Im Plenum werben sie dafür. In ihrer Begeisterung halten sie lange, mitreißende Beiträge. Es hat den Anschein, als würden sie die Meinung der Mehrheit vertreten und seien selber davon überzeugt, nur noch dem kleinen Rest der Andersdenkenden ihr Produkt erklären zu müssen. Kein Mitglied der bisher nicht in Erscheinung getretenen Opposition wagt daraufhin, seine Meinung zu äußern. Schließlich will keiner der Störenfriede sein, der immer dagegen ist. Rolf Dobelli  empfiehlt: “Wann immer Sie sich in einer verschworenen Gruppe mit starkem Konsens befinden, äußern  Sie Ihre Meinung unbedingt.“ (S.103)
Das Buch von Rolf Dobelli ist als Taschenbuch zu beziehen unter der Nummer ISBN 978-3-423-34826-3.

Beispiel Streitgespräche

Die Politiker der verschiedenen Parteien zählen bei den Auseinandersetzungen in den verschiedenen Gremien nur die Argumente auf, welche ihre eigene Position unterstützen. Das ist ihr gutes Recht. Intelligente und faire Politiker gehen aber auch auf die Argumente des politischen Gegners ein. Sie übergehen oder ignorieren diese nicht. In Debatten reden oder rufen sie auch nicht dazwischen, um den Redner zu irritieren. Das gilt natürlich auch für ganz normale Streitgespräche. Leute, die dem Gegner ständig ins Wort fallen, weil ihre Emotionen seine Gegenargumente nicht zulassen wollen, eignen sich nicht für die Erhaltung des Friedens. Hoffen wir, dass bei Verhandlungen über Kriesen dieser Welt die Politiker sich gegenseitig ernst nehmen und sich gegenseitig respektieren. Die einzige Emotion, die mir dabei hilfreich erscheint, ist die Liebe, so wie sie im 1.Korintherbrief der Heiligen Schrift beschrieben wird.

01.01.2015 Kk