Als 26-jähriger exmatrikulierter Lehramtsstudent mit abgeschlossener wissenschaftlichen Ausbildung aber ohne pädagogische Erfahrung heuerte ich 1969 in meiner ehemaligen Schule an, an der ich 10 Jahre zuvor meine mittlere Reife erworben hatte. Meine ehemaligen Lehrer wurden nun meine ersten Kollegen im Schuldienst, die mir mit Rat und Tat zur Seite standen. Da war der Englischlehrer Herr Tiemann, der neben der Realschule in Herford wohnte, und der Mathelehrer Tiemann, der aus Löhne kam. Um sie im Sprachgebrauch gegenüber Eltern und anderen Vorgesetzten unterscheiden zu können, nannten wir den einen Tiemann-Herford, den anderen Tiemann-Löhne bzw. Englisch-Tiemann oder Mathe-Tiemann. Doch unter uns Schülern hieß nur der Englischlehrer „Tiemann“, während wir den anderen einfach „Senfauge“ nannten. Er hatte nämlich unter einem Auge eine senffarbige Verfärbung , die nach unten hin spitz zulief und in einem tropfenartigem Gebilde endete.

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